Kritiker fragen sich, ob ein Kinder-TV-Vergleich wirklich das passende Niveau für die große europäische Politik sei. Im Kern der Schilling-Rede ging es um europäische Verkehrspolitik – und dass hier eben in die falsche Richtung gerudert werde – so wie es den starken erwachsenen Wikingern in der TV-Serie passiert.
Hinkender Vergleich?
„Mehr Öl, mehr Gas, mehr Abhängigkeit“, meinte Schilling in Bezug auf den Ist-Status der Verkehrspolitik. Eigentlich solle man sich aber wie der kleine, schlaue Wickie, der seinen Mannen immer wieder aus das Patsche hilft, an der Nase nehmen, fuhr die grüne Politikerin fort. Das Problem sei nicht, dass in Sachen Verkehrspolitik nicht fest genug gerudert werden würde, sondern dass man in die falsche Richtung steuere. Sicherlich eine verständliche Analogie – fraglich ist allerdings, ob jeder der Anwesenden im EU-Parlament die TV-Kinder-Serie aus den 1970ern kennt. Und ganz egal, wie schlau Wickie wirklich ist – die komplexen Fragen nach einer modernen europäischen Verkehrspolitik beantwortet man weder mit Nasereiben, noch mit Schlagwörtern.
Wieder im Gespräch
Damit steht Schilling erneut im Fokus. Erst kürzlich sorgte das private Umfeld der jungen EU-Mandatarin für Schlagzeilen: Ihr Partner, der niederländische Grünen-Politiker Bas Eickhout, trat überraschend als EU-Abgeordneter zurück. Hintergrund waren von ihm selbst eingeräumte „unangemessene Beziehungen“ in seinem beruflichen Umfeld. Eickhout sprach von Fehltritten und übernahm die Verantwortung für sein Verhalten.
Europaweites Aufsehen
Zwar betonte Eickhout ausdrücklich, sein Rücktritt habe nichts mit der Beziehung zu Schilling zu tun. Dennoch sorgte die Personalie europaweit für Aufsehen und löste innerhalb der Grünen-Fraktion Diskussionen über Transparenz und Verhaltensregeln aus. Nun rückt erneut Schilling selbst ins Rampenlicht – diesmal wegen ihres Auftritts im Plenum.

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