Der Rote Rathausklub postete es stolz auf X: 300.000 Euro Förderung für QWIEN, Österreichs erstes queeres Kulturzentrum. Was er verschwieg: Es ist nicht das erste Mal – und die Gesamtsumme hat längst eine bemerkenswerte Dimension erreicht.

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Knapp eine Million in 15 Monaten

Im Jänner 2025 genehmigte der Wiener Gemeinderat bereits 620.000 Euro für QWIEN – damals für den Umbau des neuen Standorts in der Ramperstorffergasse im 5. Bezirk. Nun folgen weitere 300.000 Euro als laufende Jahresförderung für 2026. Macht allein seit Jänner 2025 fast 920.000 Euro Steuergeld für ein einziges queeres Archiv- und Kulturzentrum. Und das sind nur die belegten Beträge der jüngsten Vergangenheit – QWIEN wird seit Jahren regelmäßig vom Wiener Gemeinderat gefördert.

Beim jüngsten Beschluss stimmten SPÖ, NEOS und Grüne dafür, FPÖ und ÖVP dagegen. Selbst die ÖVP-Gemeinderätin Caroline Hungerländer, die die historische Arbeit des Vereins „teilweise” anerkannte, hielt einzelne geförderte Veranstaltungen für „nicht unbedingt förderungswürdig” – ihr Abänderungsantrag fand jedoch keine Mehrheit.

Behinderte sparen, Queere kassieren?

Auf X sorgt die Förderung für Empörung. User Richard Heider brachte es auf den Punkt: „Den schwerst Behinderten die Mobilitätsförderung kürzen und diesen mit 300.000 Euro fördern? Ihr seid wirklich lost.” Ein anderer Kommentar zeigt eine Grafik zu Wiens Schulden und Steuererhöhungen unter Bürgermeister Ludwig – Schuldenstand plus 78,4 Prozent, Steuer- und Abgabenerhöhungen quer durch alle Bereiche – und kommentiert schlicht: „Ihr seid Verbrecher, VERBRECHER!”
Ob die Vorwürfe im Einzelnen zutreffen, lässt sich im Detail schwer verifizieren. Dass Wien tatsächlich die Mobilitätsförderung für schwer behinderte Menschen gekürzt hat, ist jedoch belegt – die Debatte darüber läuft seit Monaten.

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Rathausklub feiert, Wien zahlt

Der Rote Rathausklub sieht das naturgemäß anders. „Vielfalt braucht Sichtbarkeit”, lautet das Motto des Postings. Queere Geschichte solle „sichtbar gemacht, bewahrt und weitergegeben” werden. Geplant seien für 2026 acht Ausstellungen, monatliche Lesungen und neue Stadtspaziergänge.
Für Wiener Steuerzahler, die gleichzeitig steigende Öffi-Preise, höhere Parkgebühren und eine wachsende Schuldenlast verkraften müssen, klingt das wie eine Provokation – und die Kommentare in den sozialen Medien sprechen eine deutliche Sprache.