„Wir haben in den vergangenen Jahren über unseren Verhältnissen gelebt“, sagte Knill am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“. Das geplante Sparpaket von 5,1 Milliarden Euro sei lediglich die „untere Kante“. Sein Wunsch: ein radikaler Reformkurs mit Einsparungen von bis zu 15 Milliarden Euro pro Jahr.
„Budget wird im Herbst wieder aufgeschnürt“
Besonders brisant: Knill glaubt nicht, dass das Doppelbudget für 2027 und 2028 lange halten wird. Angesichts der unsicheren Weltwirtschaft sei das Zahlenwerk schon jetzt zu optimistisch kalkuliert. Seine Prognose: Das Budget werde bereits im Herbst wieder aufgeschnürt werden müssen.
Pensions-Hammer bis 68 Jahre?
Für den IV-Präsidenten führt an schmerzhaften Reformen kein Weg vorbei. Bildung, Gesundheit, Föderalismus und vor allem das Pensionssystem müssten grundlegend reformiert werden. Dabei bringt Knill auch eine höchst umstrittene Idee ins Spiel: Nach der Angleichung des Frauenpensionsalters soll das gesetzliche Antrittsalter bis 2040 schrittweise auf 68 Jahre steigen.
Lob und Kritik fürs Sparpaket
Zwar begrüßt Knill die geplante Senkung der Lohnnebenkosten, doch von den ursprünglich versprochenen Entlastungen sei nicht mehr viel übriggeblieben. Statt einer kräftigen Senkung um 3,7 Prozent gebe es nun lediglich ein Prozent.Noch dazu müssten die Unternehmen einen Teil der Entlastung selbst finanzieren – etwa durch höhere Steuern und zusätzliche Belastungen. „Wir bezahlen uns einen Teil dieser Ersparnis aus eigener Tasche wieder“, kritisierte Knill.
Mikl-Leitner schießt gegen SPÖ
Zusätzlichen Zündstoff liefert Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sie äußert „ernste Zweifel“, ob die SPÖ die dramatische Budgetlage überhaupt erkannt habe. Ihr Vorwurf: Statt Reformen zu liefern, beschäftige sich die SPÖ vor allem mit neuen Steuern. Besonders Finanzminister Markus Marterbauer und Vizekanzler Andreas Babler müssten endlich den „wirtschaftlichen Ernst der Lage“ erkennen. Am Mittwoch gibt es den spannenden Showdown – das Budget hat Potenzial, das härteste politische Thema des Jahres zu werden.

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