Kritiker sprechen von einem weiteren Auswuchs der sogenannten „Woke“-Politik.
Konkret soll in zahlreichen familien-, bildungs- und familiengerichtlichen Gesetzen künftig von einem „gebärenden Elternteil“ („gestating parent“) statt von einer Mutter die Rede sein. Der Vater würde je nach Kontext als „nicht gebärender Elternteil“ oder schlicht als „Elternteil“ bezeichnet. Auch Vaterschaftsverfahren sollen künftig unter dem Begriff „Elternschaftsverfahren“ geführt werden.
Das Gesetz wurde vom demokratischen Senator Luis Sepulveda und der Abgeordneten Amy Paulin eingebracht und muss nun noch von Gouverneurin Kathy Hochul unterzeichnet werden. Sepulveda verteidigte die Reform mit dem Argument, sie bringe das Gesetz an die heutige Rechtsprechung und bestehende Regelungen im Bereich Leihmutterschaft sowie gleichgeschlechtlicher Elternschaften in Einklang.
Republikaner sprechen von „Krieg gegen Familien“
Die Gesetzesänderung löste scharfe Kritik bei Republikanern aus. Der republikanische Gouverneurskandidat Bruce Blakeman warf den Demokraten vor, einen „Krieg gegen New Yorks Familien“ zu führen. Statt der vertrauten Begriffe „Mama“ und „Papa“ würden nun bürokratische Konstruktionen eingeführt, kritisierte er.
Auch die republikanische Senatorin Patricia Canzoneri-Fitzpatrick zeigte sich empört. Während viele Bürger unter steigenden Lebenshaltungskosten, hohen Energiepreisen und Sicherheitsproblemen leiden würden, beschäftige sich die Politik mit der Umbenennung von Müttern und Vätern im Gesetzestext.
Selbst Demokraten äußern Zweifel
Wie die New York Post berichtete, regte sich auch innerhalb der Demokratischen Partei Unmut über die Reform. Ein demokratischer Abgeordneter bezeichnete das Vorhaben demnach als „unnötig“. Die Diskussion kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem die Legislative erst mit erheblicher Verspätung den rund 268 Milliarden Dollar schweren Staatshaushalt verabschiedet hatte.
Gouverneurin Hochul, die sich selbst häufig als erste „Mom Governor“ des Bundesstaates bezeichnet, wollte sich zunächst nicht festlegen. Sie erklärte, den Gesetzestext zunächst prüfen zu wollen.
Befürworter verweisen auf moderne Familienmodelle
Unterstützung erhält die Reform von Vertretern des Adoptionsrechts. Sie argumentieren, dass Begriffe wie „Mutter“ und „Vater“ nicht mehr alle heutigen Familienkonstellationen abbilden würden. In New York gebe es zahlreiche Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern sowie Fälle von Leihmutterschaft. Die geschlechtsneutrale Sprache solle diesen Entwicklungen Rechnung tragen.
Die Gesetzesänderung reiht sich in eine Serie ähnlicher Maßnahmen im Bundesstaat ein. Bereits 2023 wurde vorgeschrieben, dass neue Gesetze und Verordnungen geschlechtsneutrale Formulierungen wie „they“, „them“ oder „theirs“ verwenden sollen. Zudem können Einwohner New Yorks seit 2018 auf ihren Geburtsurkunden neben „männlich“ und „weiblich“ auch die Geschlechtsangabe „X“ für eine nicht-binäre Identität wählen.

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