Wie ORF Tirol berichtete, verzichtet Dornauer nach der Entscheidung des parteiinternen Schiedsgerichts auf einen weiteren Einspruch beim Bundesparteischiedsgericht. Das Gremium hatte seinen Ausschluss am Montag bestätigt.
Stattdessen zieht Dornauer einen klaren Schlussstrich: Er sei ab sofort „kein Anhängsel“ der SPÖ mehr und wolle sich künftig „lautstark“ politisch einbringen. Sein Fokus liege nun auf einer aktiven Oppositionsrolle im Tiroler Landtag.
„Vom Kritiker zum Mitbewerber gemacht“
Im Zentrum seiner Abrechnung steht ein schwerer Vorwurf: Innerhalb der SPÖ habe man ihn gezielt ausschalten wollen. Gewisse Parteigranden hätten ihn „loswerden“ wollen, erklärte Dornauer.
Gelungen sei das jedoch nur bedingt: Man habe ihn „vom parteiinternen Kritiker zum politischen Mitbewerber gemacht“. Die Entscheidung des Schiedsgerichts bezeichnete er als „unehrlich“, „nicht rechtens“ und inhaltlich mangelhaft.
Harte Kritik an Kurs der Partei
Laut der Tiroler Tageszeitung sieht Dornauer in der heutigen SPÖ nicht mehr die Partei, der er jahrzehntelang angehörte. Sie sei nicht mehr jene Sozialdemokratie großer Namen wie Bruno Kreisky oder Franz Vranitzky.
Die Partei lebe zwar noch vom Mythos dieser Persönlichkeiten, habe aber deren Werte aus den Augen verloren. In ihrer aktuellen personellen und politischen Ausrichtung befinde sie sich auf einem Weg in die „politische Bedeutungslosigkeit“ – diesen werde er nicht mehr mitgehen.
Streitpunkt Tiwag und Benko
Wie die Kronen Zeitung berichtete, weist Dornauer den Vorwurf parteischädigenden Verhaltens entschieden zurück. Sein Antrag zu den Tiwag-Übergewinnen habe eine wichtige Debatte über faire Strompreise ausgelöst und Tirolern konkret geholfen.
Der eigentliche Grund für seinen Ausschluss sei ein anderer gewesen: Man habe den „unbequemen Dornauer“ loswerden wollen.
Auch den umstrittenen Jagdausflug mit René Benko thematisierte er erneut. Diesen bezeichnete er rückblickend als Fehler, betonte jedoch, Benko weder beraten noch für ihn interveniert zu haben.
Angriff auf Gusenbauer: „Zweierlei Maß“
Besonders scharf wird Dornauer beim Vergleich mit Ex-SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Er wirft seiner ehemaligen Partei vor, mit „Zweierlei Maß“ zu messen.
Während er selbst wegen eines privaten Treffens mit René Benko alle Funktionen verloren habe, sei Gusenbauer laut Dornauer weiterhin in höchsten Parteikreisen aktiv – trotz deutlich engerer geschäftlicher Verbindungen zum Immobilienunternehmer. Dornauer verwies darauf, dass Gusenbauer Benko beraten habe, als Aufsichtsratschef tätig gewesen sei und hohe Honorare erhalten habe.
Zudem betonte Dornauer, dass gegen Gusenbauer Ermittlungen laufen würden, dieser aber weiterhin Funktionen innerhalb der sozialdemokratischen Organisationen innehabe. Für ihn ist das ein klarer Beleg dafür, dass innerhalb der SPÖ nicht alle nach denselben Maßstäben beurteilt würden.

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