Wunderheiler, Satan-Metal und Israel-Boycott-Aktivistin: So eröffneten die 75. Wiener Festwochen am Heldenplatz. Die Stadt Wien zahlt dafür 13,6 Millionen Euro Steuergeld – die FPÖ Wien spricht von einem „linksradikales Prestigeprojekt“.

Die 75. Wiener Festwochen sind voll im Gange. Am Freitagabend fand am Heldenplatz die Eröffnung statt – mit unter anderem mit dem kroatischen Wunderheiler Braco. Sein gütiger Blick, mit dem er die Menschen von der Bühne aus ansieht, ohne dabei nur ein Wort zu verlieren, soll angeblich heilsam wirken. Sein Auftritt bei der „Freien Republik Wien“ – so nennt Intendant Milo Rau die Festwochen – dauerte exakt 75 Minuten. Sein Blick brachte, so Rau, „Menschlichkeit“ auf die Bühne. Neben Josip Grbavac, so lautet der volle Name des Mannes „mit dem gebenden Blick“, trat die „Großmutter des Punks“ Patti Smith auf. Die US-Sängerin unterstützt die Boycott-Bewegung gegen Israel.

Der Kroate Josip Grbavac aka Braco soll einen heilenden Blick haben.
Der Kroate Josip Grbavac aka Braco soll einen heilenden Blick haben.

13,6 Millionen Steuergeld

Auch die norwegische Black-Metal-Formation „Witch Club Satan“ hatte einen Auftritt, sowie die ukrainische Sängerin Marichka Shtyrbulova. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hielt eine Rede.

Aus den Reihen FPÖ Wien hagelt es viel Kritik an der „Republic of Gods“, die die Festwochen heuer sind.

„Während viele Wiener aufgrund der Teuerungspolitik der Ludwig-SPÖ kaum noch ihre Miete, Energie oder Einkäufe bezahlen können, werden Millionen Euro Steuergeld für linksradikale Krawallkunst, Pornofilm-Festivals, queere Filmfeste, selbsternannte Wunderheiler und völlig absurde Performance-Shows hinausgeschmissen“, kritisieren FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss und der freiheitliche Kultursprecher LAbg. Lukas in einer Pressemitteilung.

Förderungen für „Urin-Projekt“ und Nackt-Performance

Die Stadt Wien gibt 13,6 Millionen Euro Förderungen für die Festwochen 2026 aus. Das ist auf der Informationsdatenbank der Stadt Wien nachzulesen.

„Nackte Performerinnen, Sperrholzpanzer, Monster-Trucks und bizarre Aktionen sollen offenbar als förderwürdige Kultur verkauft werden, während die Wiener dafür tief in die Tasche greifen müssen“, kritisieren Krauss und Brucker die siebenstündige Performance „Pfingststück“ der österreichischen Künstlerin Florentina Holzinger, die am Samstag im Wiener Eislaufverein und Schloss Prinzendorf in Niederösterreich stattgefunden hat.

Auf der Kunstbiennale in Venedig verwandelte Florentina Holzinger den Österreich-Pavillion in eine
Auf der Kunstbiennale in Venedig verwandelte Florentina Holzinger den Österreich-Pavillion in eine "Seaworld Venice" – mit Menschen-Klöppel und Urin-Becken.

Holzinger hat bereits rund 600.000 Euro Steuergeld für ihr Urin-Projekt bei der Biennale in Venedig erhalten. „Insgesamt reden wir hier wohl über rund eine Million Euro Steuergeld für ideologische Krawallkunst ohne jeden Bezug zur Lebensrealität der Wiener Bevölkerung“, so die Freiheitlichen.

„Längst keine Kulturveranstaltung mehr“

Die Wiener Festwochen seien „längst keine Kulturveranstaltung“ mehr, sondern ein „linksradikales Prestigeprojekt“. Die Wiener Freiheitlichen fordern einen Kurswechseln in der Wiener Kulturpolitik.