Die FPÖ wollte in einer parlamentarischen Anfrage genaue Zahlen: Wie viel kostet Zahnersatz für Asylwerber? Wie viele erhielten Zahnfüllungen? Welche zusätzlichen Gesundheitsleistungen wurden bezahlt? Und wie hoch waren die Kosten für Bund und Länder?

Nationalratsabgeordneter Harald Schuh fragte nach Zahlen für die Jahre 2021 bis 2025 – aufgeschlüsselt nach Jahr, Monat, Leistung, Kosten und Staatsbürgerschaft.

Doch die Antwort des Justizministeriums lässt viele Fragen offen.

Ministerium: Wird nicht automatisch erfasst

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) erklärt in ihrer Anfragebeantwortung, dass eine genaue Kostendifferenzierung nicht automatisiert vorliegt. Wörtlich heißt es: „Eine Kostendifferenzierung bzw. -erhebung betreffend in Haft oder Unterbringung befindlicher Asylwerber:innen wird automationsunterstützt nicht erfasst.“

Mit anderen Worten: Der Staat wird nach detaillierten Gesundheitskosten gefragt – kann sie in diesem Bereich aber nicht einfach ausweisen. Auch weiteres Zahlenmaterial liege dem Justizministerium nicht vor. Begründung: „schon mangels Zuständigkeit“.

Bekannt sind nur diese Kosten

Konkrete Zahlen nennt das Ministerium nur für einen Teilbereich: Zahnersatz und sonstige Heilbehelfe im Straf- und Maßnahmenvollzug.

Dort fielen folgende Kosten an: 2021 waren es 243.000 Euro. im anschließenden Jahr stiegen die Kosten auf 292.000 Euro. 2023 lagen sie bei 253.000 Euro, 2024 bei 272.000 Euro, und 2025 kletterte die Summe auf 341.000 Euro.

Das bedeutet: Gegenüber 2021 sind die Kosten um rund 40 Prozent gestiegen.

341.000 Euro für Zahnersatz und Heilbehelfe

Bei Asylkosten fordern viele Bürger Transparenz. Die Antwort des Ministeriums zeigt jedoch: Bei den abgefragten Detaildaten gibt es offenbar erhebliche Lücken. Es bleibt offen, wie viele Asylwerber konkret Zahnfüllungen oder Zahnersatz erhielten. Offen bleibt auch, welche zusätzlichen Gesundheitsleistungen über normale Versicherungsleistungen hinausgingen.

Wer hat den Überblick? Die parlamentarische Anfrage zeigt: Beim Thema Zahnersatz, Heilbehelfe und Gesundheitsleistungen für Asylwerber bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Genau das dürfte die Debatte erst richtig anheizen.