Vor dem legendären WM-Viertelfinale 1986 war die Stimmung zwischen Argentinien und England ohnehin aufgeheizt. Nach dem Falklandkrieg und den Spannungen seit der WM 1966 war das Duell weit mehr als nur ein Fußballspiel. Auf dem Platz wurde es schnell hitzig. Diego Maradona war von der englischen Abwehr kaum zu stoppen und wurde immer wieder hart attackiert. Nach der Pause sorgte er dann für einen der größten Aufreger der Fußballgeschichte: Mit seiner berühmten „Hand Gottes“ bugsierte er den Ball an Torhüter Peter Shilton vorbei ins Netz – der Schiedsrichter erkannte den Treffer trotz heftiger englischer Proteste an.
„Tor des Jahrhunderts“
Nur wenige Minuten später ließ Maradona erneut die Fußballwelt staunen. Nach einem Sololauf über mehr als das halbe Spielfeld tanzte er gleich mehrere englische Verteidiger und den Torhüter aus und erzielte das spätere „Tor des Jahrhunderts“. England verkürzte durch Gary Lineker zwar noch auf 1:2, doch die Aufholjagd kam zu spät. Das Spiel ging als eines der denkwürdigsten WM-Duelle aller Zeiten in die Geschichte ein.
Mexiko im Aztekenstadion eine Macht
Die Vorzeichen könnten nun kaum schwieriger sein. Mexiko präsentiert sich bei der Heim-WM in Topform und hat seine bisher vier Spiele im Aztekenstadion allesamt gewonnen – ohne auch nur ein Gegentor zu kassieren. Südafrika, Südkorea, Tschechien und Ecuador wurden allesamt souverän bezwungen. Angetrieben von zehntausenden euphorischen Fans will “El Tri” nun auch England aus dem Turnier werfen und den Heimvorteil ein letztes Mal nutzen, denn ab dem Viertelfinale wird ausschließlich in den USA gespielt.
„Hoffe auf Frieden mit diesem Stadion“
Englands Teamchef Thomas Tuchel kennt die historische Bedeutung des Duells. “Ich hoffe, wir können endlich Frieden mit diesem Stadion schließen”, sagte der Deutsche mit Blick auf das Maradona-Trauma. Doch nicht nur die Atmosphäre macht den Engländern zu schaffen: Das Aztekenstadion liegt auf rund 2.200 Metern Seehöhe. Die dünne Luft gilt als großer Vorteil für die Gastgeber und könnte den Briten zusätzlich zu schaffen machen.
Pubs und Bars lange offen, Plädoyer für einen schulfreien Tag
In England herrscht bereits Ausnahmezustand. Weil die Partie mitten in der Nacht angepfiffen wird, dürfen Pubs und Bars ausnahmsweise bis in die frühen Morgenstunden geöffnet bleiben. Tuchel sprach sich sogar dafür aus, dass Schulkinder am nächsten Tag frei bekommen sollten, damit sie das Spiel live verfolgen können.
England hofft auf Superstar Kane
Sportlich ruhen die Hoffnungen der Engländer einmal mehr auf Harry Kane. Der Kapitän rettete seine Mannschaft mit einem Doppelpack gegen die DR Kongo ins Achtelfinale und soll nun auch gegen den euphorisierten Gastgeber den Unterschied machen.

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