Der Grund: Die Post will das Gelände EU-weit neu ausschreiben und den bestehenden Pachtvertrag mit dem Post SV nicht verlängern. Damit ist völlig offen, wer das Areal künftig betreiben wird. Auch für die rund 5.000 Vereinsmitglieder bleibt die Unsicherheit bestehen. Denn trotz der jüngsten Zusicherung gibt es keine Garantie, dass der Post SV selbst auf dem Gelände bleiben darf.
Angst vor Wohnbauprojekten
Besonders kritisch sehen die Unterstützer des Vereins, dass offenbar nur ein Teil der Fläche für gemeinnützige Sportnutzung vorgesehen ist. Für andere Bereiche könnten auch gewerbliche Nutzungen infrage kommen. Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten über die attraktive Lage des Grundstücks und mögliche Begehrlichkeiten für Wohnbauprojekte spekuliert.
Konflikte vorprogrammiert?
Neo-Obmann Clemens Rarrel klärt über den aktuellen Ist-Zustand im Gespräch mit dem exxpress auf: „Wir gehen davon aus, dass circa ein Viertel von dem gesamten Areal umgewidmet werden soll. Dazu zählen etwa Parkplätze.“ Hand in Hand ginge bei einer möglichen Realisierung von Wohnbauprojekten, dass Neo-Anrainer näher an die Sportflächen heranrücken würden – Konflikte wegen Lärm- oder Lichtbelästigungen wären damit vorprogrammiert, meint er. Eine Situation, wie sie viele Amateursportvereine in Wien zur Genüge kennen.
Unterschiedliche Rechtsauffassungen
Dazu kommen Diskussionen mit der Post AG in Bezug auf den 1973 abgeschlossenen Pachtvertrag. Der wäre 2022 neu abgeschlossen worden und endet 2027. Rarrel hält sich bedeckt, verrät aber über die verschiedenen Standpunkte der AG und des Vereins nur so viel: „Wir haben unterschiedliche Rechtsauffassungen.“
Warnung vor verfrühter Entwarnung
Auch die Initiative „Rettet den Post SV“, die bereits mehr als 17.000 Unterschriften gesammelt hat, warnt daher vor verfrühter Entwarnung. Die Zusage der Post ändere nichts daran, dass die Zukunft eines großen Teils des Areals weiter ungeklärt sei. Ende Juni startet das Ausschreibungsverfahren. Dann will auch der Post SV selbst mit einem eigenen Konzept ins Rennen gehen. Bis dahin heißt es für die Sportler, Trainer und Mitglieder weiter hoffen – und um ihre sportliche Heimat bangen. Einen Wunschtraum gibt es laut Rarrel ebenfalls: „Dass die Stadt Wien das Gelände übernimmt.“ Das wäre tatsächlich ein Happy End – wenn auch ein utopisches.

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