Dabei sah es zunächst nach der nächsten großen Sensation der Norweger aus. Das Team um Superstar Erling Haaland, das zuvor bereits Rekordweltmeister Brasilien aus dem Turnier geworfen hatte, ging in der 36. Minute durch Andreas Schjelderup mit 1:0 in Führung. England wankte – fiel aber nicht.
Bellingham schlägt noch vor der Pause zu
Die Mannschaft von Teamchef Thomas Tuchel hatte zunächst viel Ballbesitz, fand gegen die kompakte norwegische Defensive aber kaum ein Durchkommen. Nach der Führung wurden die Skandinavier sogar immer gefährlicher und schnupperten am zweiten Treffer. Doch dann kam Bellingham. In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte sich der England-Star nach einem Pass von Anthony Gordon im Strafraum durch und schoss eiskalt zum 1:1 ein.
VAR nimmt Norwegen die erneute Führung
Nach der Pause folgte der nächste Aufreger: Norwegen jubelte in der 55. Minute bereits über die vermeintliche 2:1-Führung durch Torbjörn Heggem. Doch der VAR schaltete sich ein. Wegen eines vorangegangenen Fouls von Haaland an Elliot Anderson wurde der Treffer aberkannt. Die Norweger ließen sich davon nicht beeindrucken und drängten weiter auf das Siegestor. In der 76. Minute fehlten nur Zentimeter: Ein Kopfball von Kristoffer Ajer krachte an die Latte. Da auch England seine späte Chance auf die Entscheidung nicht nutzen konnte, musste die Verlängerung her.
Goalie patzt, Bellingham staubt ab
Dort dauerte es nur drei Minuten, bis Bellingham erneut zuschlug. Ausgerechnet Örjan Nyland, der beim Achtelfinal-Triumph gegen Brasilien noch zum großen Helden geworden war, ließ einen Weitschuss von Morgan Rogers nach vorne abprallen. Bellingham reagierte blitzschnell und staubte zum 2:1 ab. Es war bereits sein sechster Treffer bei dieser Weltmeisterschaft. Damit zog der 23-Jährige in der Torschützenliste mit seinem Kapitän Harry Kane gleich. Noch einmal keimte bei Norwegen Hoffnung auf: Ein zunächst verhängter Elfmeter für England wurde nach einem VAR-Check zurückgenommen. Doch die große Schlussoffensive der Skandinavier blieb erfolglos. Haaland wurde in der Verlängerung ausgewechselt und musste von draußen mitansehen, wie der größte WM-Erfolg seines Landes ein bitteres Ende nahm. Damit ist auch der ikonische Ruder-Jubel der Wikinger Geschichte – die Nordmänner müssen die Heimreise antreten.
Argentinien ringt die Schweiz nieder
Für England dagegen geht der Traum vom WM-Titel weiter. Die Three Lions stehen im Halbfinale und treffen dort am 15. Juli in Atlanta auf Argentinien. Der Weltmeister setzte sich im letzten Viertelfinale gegen die Schweiz durch: 3:1 in der Verlängerung, nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden war. Für die argentinischen Tore sorgten Mac Allister, Alvarez und Lautaro Martinez, für die Eidgenossen traf zwischenzeitlich Ndoye. Am Dienstag (21 Uhr, MEZ) trifft im ersten Halbfinale Frankreich auf Spanien, am Mittwoch um die gleiche Uhrzeit Argentinien auf England.

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