Ein Jahr nach dem umjubelten Titelgewinn im FA-Cup steht Crystal Palace unter dem Oberösterreicher im ersten internationalen Finale ihrer 121-jährigen Clubgeschichte. Im Endspiel der Conference League betritt der ehemalige Frankfurt-Coach Glasner am 27. Mai in Leipzig vertrauten Boden. Der Gegner kommt mit Rayo Vallecano aus Spanien.

“Solche Momente kannst du nicht kaufen, die musst du dir verdienen. Ich denke, jeder einzelne Spieler, jeder aus dem Betreuerstab hat sich das verdient”, sagte Glasner nach vollbrachter Tat. Nach dem 2:1 im Heimspiel gegen Schachtar Donezk feierten die Palace-Profis mit den Fans, der Aufstieg war nach dem 3:1 gegen die Ukrainer im Hinspiel nicht wirklich in Gefahr. Glasner sah eine “gewaltige Leistung, eine gewaltige Europacup-Nacht”. Auf die Frage eines Journalisten, ob ihm zu Ehren eine Statue errichtet werden solle, griff der 51-Jährige ein berühmtes Zitat von Toni Polster auf: „Ich will kein Denkmal, darauf scheißen ja nur die Tauben“, sagte Glasner mit Verweis auf den ehemaligen Torjäger.

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Vor Finale noch gegen City und Arsenal

Für Palace war es das 55. Pflichtspiel dieser Saison. Nach einem Durchhänger mit zwölf sieglosen Spielen von Dezember bis Februar steht zum Saisonende beim “Farewell” des Coaches noch ein echtes Highlight an. Verschmerzbar ist für die Fans, dass Palace als 15. der Premier League national hinter den Erwartungen liegt. In der Liga warten auf den Club aus London u.a. noch Spiele gegen Manchester City und Arsenal. Gegen die Gunners steht drei Tage vor dem Leipzig-Finale der letzte Heimauftritt unter Glasner an.

Der Oberösterreicher hat in seiner Vita schon den Europa-League-Sieg von 2022 mit Eintracht Frankfurt auf dem Konto. Zwei Europacup-Titel haben aus der österreichischen Trainerriege bisher nur der Wiener Ernst Happel (1970 Meistercup mit Feyenoord, 1983 Meistercup mit HSV) und der gebürtige Ungar Bela Guttmann (1961 und 1962 Meistercup mit Benfica) gewonnen.

Glasner berichtete über ein Gespräch mit dem Clubchef vor dem Rückspiel. Unvorstellbar sei es gewesen, dass Palace einmal in einem Europacup-Finale stehen würde. “Ich sagte: ‘Als wir vor drei Jahren erstmals miteinander gesprochen haben, hätte ich nie daran gedacht.’ Aber es ist möglich, wenn man hart arbeitet und in schwierigen Momenten zusammensteht”, sagte der 51-Jährige. Für die Conference League war Palace eigentlich nicht qualifiziert. Nach einem Rechtsstreit mit der UEFA aufgrund der Regularien beim Multi-Club-Ownership wurden die Engländer aus der Europa League heruntergestuft.

Lienhart in Istanbul um Europa-League-Titel

Im zweitwichtigsten Europacup-Bewerb ist im Finale ebenfalls ein Österreicher dabei. Philipp Lienhart bekommt es im Endspiel von Istanbul am 20. Mai mit Aston Villa zu tun. Nach dem 3:1 gegen Braga war in Freiburg kein Halten mehr, die euphorisierten Fans stürmten den Rasen. Die Szenen nach dem Schlusspfiff hätten “die Besonderheit und Geschlossenheit des Vereins” verdeutlicht, meinte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein.

Der 29-jährige Lienhart war in der Innenverteidigung wieder gesetzt. Der Niederösterreicher könnte in der Türkei in die Fußstapfen von Kevin Danso treten, der im Vorjahr mit Tottenham die Europa League gewann. Freuen durfte sich auch Freiburgs Trainer Julian Schuster. Der 41-Jährige hat die Entwicklung des SC als Nachfolger von Langzeit-Trainer Christian Streich nahtlos fortgesetzt. 33 Jahre nach ihrem ersten Bundesliga-Aufstieg stehen die Badener erstmals in einem Europapokal-Finale.