Wie unter anderem die britische Zeitung „The Times“ berichtet, wurden bei gleich acht Nationalspielern Spuren von Clenbuterol nachgewiesen. Die hohe Zahl der positiven Tests sorgt zwar für Aufsehen, spricht Experten zufolge jedoch eher gegen ein gezieltes Dopingprogramm.
Viel wahrscheinlicher sei, dass die Spieler versehentlich mit Clenbuterol belastetes Fleisch konsumiert haben. Die Mannschaft hatte während der Weltmeisterschaft ihr Quartier in Mexiko aufgeschlagen – einem Land, in dem immer wieder Fälle von kontaminiertem Fleisch bekannt werden, berichtet die Krone.
Fleisch statt Doping?
Der schwedische Dopingexperte Ake Andren Sandberg hält genau dieses Szenario für wahrscheinlich. Einige Nationalteams würden in Ländern mit erhöhtem Risiko vorsorglich Fleisch aus ihrer Heimat einfliegen lassen. Tunesien habe auf eine solche Vorsichtsmaßnahme offenbar verzichtet.
Verbotene Substanz – aber kaum Wirkung
Clenbuterol steht weiterhin auf der Dopingliste, weil es den Muskelaufbau fördern und Körperfett reduzieren kann. Als klassisches Dopingmittel spielt es im Spitzensport allerdings längst keine große Rolle mehr.
Hinzu kommt: Eine leistungssteigernde Wirkung wäre bei einem kurzfristigen Einsatz ohnehin kaum zu erwarten. „Anabole Substanzen dieser Art brauchen Monate, um Muskeln aufzubauen“, erklärte Sandberg. Dass Tunesien sämtliche Gruppenspiele deutlich verlor, passt zu dieser Einschätzung.
Strafen wohl überschaubar
Ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln liegt zwar grundsätzlich vor. Sollten die positiven Tests tatsächlich auf unbeabsichtigt verunreinigte Lebensmittel zurückzuführen sein, dürften die betroffenen Spieler jedoch nur mit vergleichsweise milden Sanktionen rechnen. Die Untersuchungen zu den Hintergründen laufen derzeit.

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