Die Premiere der ersten Halbzeitshow bei einem Fußball-WM-Finale hat eine Grundsatzdebatte ausgelöst. Für die einen war sie ein spektakuläres Unterhaltungsprogramm, für viele Fußballfans ein Bruch mit der Tradition des Sports. Während die FIFA die mit internationalen Musikstars besetzte Inszenierung als Meilenstein feierte, fiel das Urteil von Englands Fußball-Legende Wayne Rooney vernichtend aus.
Als BBC-Experte wurde der frühere Manchester-United-Star nach dem Finale zwischen Spanien und Argentinien nach seinem Eindruck der Show gefragt. Rooney antwortete: „Ich fand sie einfach nur Mist.“ Auf die Nachfrage, welcher Moment ihm am besten gefallen habe, konterte er trocken: „Als sie vorbei war.“
Premiere nach dem Vorbild des Super Bowls
Die rund elfminütige Einlage verlängerte die Halbzeitpause von den üblichen 15 auf insgesamt 27 Minuten. Auf der Bühne standen unter anderem Madonna, Justin Bieber, Shakira und BTS. Kuratiert wurde das Programm von Coldplay-Frontmann Chris Martin. Gleichzeitig diente die Veranstaltung als Benefizprojekt für den FIFA Global Citizen Education Fund.
Die Diskussion reicht jedoch weit über den Auftritt der Popstars hinaus. Für viele Kritiker steht die Halbzeitshow sinnbildlich für eine Entwicklung, die sie seit Jahren beobachten. Der Fußball orientiere sich immer stärker an amerikanischen Unterhaltungskonzepten und verliere dabei ein Stück seiner Identität. Dass sich die FIFA ausgerechnet am Super Bowl orientiert, stößt deshalb bei vielen Fans auf Ablehnung.
Auf X hagelt es Kritik
Rooney war mit seiner Meinung nicht allein. Auch auf der Plattform X wurde die Premiere der WM-Halbzeitshow kontrovers diskutiert. Zwar lobten einige Nutzer die prominente Besetzung und die aufwendige Inszenierung, unter den Reaktionen überwogen jedoch kritische Stimmen.
„Macht diesen Mist bloß nie wieder! Eine verdammte Halbzeitshow bei einer Fußball-WM“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer beklagte: „Der Fußball hat heute Abend mit dieser Halbzeitshow seine Identität verkauft. Echte Fans brauchen so einen Mist nicht.“
Besonders häufig richtete sich die Kritik gegen die aus Sicht vieler Fans fortschreitende „Amerikanisierung“ des Fußballs. „Das war erbärmlich. Hebt euch diesen amerikanischen Mist für den Super Bowl auf“, schrieb ein Nutzer. Ein weiterer kommentierte: „Es fühlte sich an, als würde man der Weltmeisterschaft mit Gewalt eine Halbzeitshow nach amerikanischem Stil aufzwingen.“ Andere kritisierten die verlängerte Halbzeitpause und die zunehmende Vermarktung des Sports. „Die Halbzeitshow ist ein Witz. Ihr zerstört den Fußball“, schrieb ein User. Ein anderer brachte die Stimmung vieler Kritiker auf den Punkt: „Fußball ist nicht der Super Bowl. Er steht weit darüber.“
Ob sich das Format langfristig durchsetzt oder der Widerstand gegen die zunehmende Eventisierung des Fußballs wächst, dürfte sich bei den kommenden Weltmeisterschaften zeigen.

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