Dabei galt die Salzburgerin noch vor wenigen Monaten als enge Vertraute von FIS-Präsident Johan Eliasch. Erst im vergangenen Jahr hatte Eliasch die ehemalige Weltmeisterin als rechte Hand für Sonderprojekte in sein Präsidentenbüro geholt. Nun scheint das Tischtuch endgültig zerschnitten.

„Dem Skisport droht die Spaltung“

In einem aufsehenerregenden Interview in den Salzburger Nachrichten schlug Meissnitzer Alarm. Die Glaubwürdigkeit der FIS habe massiv gelitten, das Vertrauen der großen Verbände sei erschüttert. Besonders die öffentliche Kritik von Topstars wie Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt könne man nicht ignorieren. Ihre Warnung hat es in sich: „Dem Skisport droht die Spaltung.“ Laut Meissnitzer sei bereits „sehr viel Erde verbrannt“ worden. Wenn der Dialog weiter verloren gehe und nur noch Konfrontation herrsche, könnten sich große Veranstalter und Verbände vom Weltverband abwenden.

Nacht-und-Nebel-Aktion nach Interview

Die Folgen ließen offenbar nicht lange auf sich warten. Noch in der Nacht nach Veröffentlichung des Interviews wurde Meissnitzer von der FIS informiert, dass sie beim Kongress in Belgrad nicht erwünscht sei. Die zweifache Ski-Weltmeisterin bestätigte, dass ihr ein entsprechendes Schreiben zugestellt wurde, das derzeit rechtlich geprüft werde. Details wollte sie nicht nennen.

Finanzchaos und Rücktritte

Der Eklat kommt in einer ohnehin explosiven Phase. Erst vor wenigen Tagen hatte FIS-Geschäftsführer Urs Lehmann überraschend seinen Rücktritt erklärt. Hintergrund sollen massive Spannungen und Diskussionen über die Finanzen des Weltverbandes sein. Meissnitzer sprach von mangelnder Transparenz und einem großen Vertrauensverlust innerhalb der Organisation. Der Rücktritt Lehmanns spreche „für sich“.

Showdown um Eliasch

Vor der Präsidentenwahl am Donnerstag stehen die Zeichen auf Sturm. Im Umfeld des ÖSV wird bereits offen darüber spekuliert, dass Eliasch abgewählt werden könnte. Zahlreiche große Verbände haben sich zuletzt gegen den umstrittenen Präsidenten gestellt. Für Meissnitzer dürfte die Sache ohnehin erledigt sein. Nach ihrer öffentlichen Kritik und der Ausladung vom Kongress scheint eine gemeinsame Zukunft mit Eliasch kaum noch vorstellbar. Der Ski-Weltverband steuert damit auf einen historischen Showdown zu.