Der vermeintliche Sport-BH ist in Wahrheit eine Sensorweste. Sie gehört bei Spitzenklubs und Nationalmannschaften längst zur Standardausrüstung und liefert während Training und Spiel wichtige Leistungsdaten. So erhalten Trainer, Athletikcoaches und das medizinische Team wertvolle Einblicke in die körperliche Belastung der Spieler.
Im oberen Rückenbereich der Weste sitzt ein kleines Trackingmodul. Es erfasst unter anderem Laufdistanz, Höchstgeschwindigkeit, Sprintanzahl, Beschleunigungen und Abbremsvorgänge. Die Auswertung hilft Trainern und dem medizinischen Team, Trainingsbelastung und Regeneration individuell zu steuern und Überlastungen frühzeitig zu erkennen.
Hightech statt Sport-BH
Gerade bei großen Turnieren wie einer Weltmeisterschaft, bei denen innerhalb weniger Wochen mehrere Spiele absolviert werden, sind solche Analysen besonders wichtig. Sie geben Aufschluss darüber, wie ein Spieler die hohe Belastung verkraftet und ob nach einer Verletzung bereits wieder das gewohnte Leistungsniveau erreicht ist. Das hilft den Verantwortlichen, Belastung und Regeneration besser zu steuern.
Zu den führenden Anbietern zählt das australische Unternehmen Catapult Sports. Nach Angaben des Herstellers nutzen mehr als 1.200 Fußballteams weltweit die Athleten-Monitoring-Systeme des Unternehmens, darunter Spitzenvereine wie Real Madrid und Chelsea FC sowie der französische Fußballverband. Die Technologie kommt außerdem in Topligen wie der Premier League, der Bundesliga und der spanischen La Liga zum Einsatz. Catapult wirbt zudem damit, dass seine Systeme Trainern mithilfe von GPS-Daten, Bewegungssensoren und Künstlicher Intelligenz detaillierte Einblicke in die Leistung der Spieler liefern.

Die erfassten Daten lassen sich zudem mit Videoanalysen verknüpfen. So können Trainer Laufwege, Bewegungsmuster und taktische Abläufe gemeinsam mit den körperlichen Leistungsdaten der Spieler auswerten. Das soll helfen, Belastungen besser zu steuern, Verletzungsrisiken zu verringern sowie Training und Spielvorbereitung gezielt anzupassen. Trotz aller Hightech ersetzt die Datenauswertung jedoch nicht die Erfahrung der Trainer.

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