Zwölf österreichische Bundesliga-Meistertitel, zehn Cuptriumphe, mehrere Champions-League-Teilnahmen – das sind nur Auszüge aus der erfolgreichen Geschichte der Fußballerinnen des USV Neulengbach. Allerdings ist das lange her. Ab 2015 ging es in die andere Richtung, erst sportlich – und dann auch in finanziellem Zusammenhang. Jetzt wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Viele belastende Fragezeichen

40 Personen sind betroffen. Spielerinnen und Spieler inklusive. Die Löhne? Seit Anfang 2026 ausständig. Laut den NÖN erheben derzeit 38 Gläubiger sowie 40 Dienstnehmer 400.000 Euro an Gesamtforderungen.

Frauenabteilung in Schwebe, zusätzliche Strafzahlungen

Ob die Frauen-Abteilung den Spielbetrieb nächste Saison fortsetzen kann, ist offen. Die Führungsriege hüllt sich in Schweigen. Man wartet die Entscheidung des gerichtlich bestellten Verwalters ab. Bis dahin tritt Neulengbach zu den Partien nicht an, und schluckt jeweils eine 0:3-Strafverifizierung und mindestens 1.500 Euro Pönale pro Match. Und das, obwohl der Großteil des Damenkaders bereits ausgetreten ist.

Sanierung oder totales Aus

„Zehn Klagen von Spielerinnen sind eingebracht“, heißt es seitens der Fußball-Gewerkschaft. Am Zug ist das Gericht, das über mögliche Exekutionen entscheidet. Dann stellt sich noch die Frage, ob eine Sanierung möglich ist, oder der Konkurs kommt. Derzeit sieht es schlecht aus.

Der Faktor Zeit

Die Sommerübertrittszeit (1. bis 15. Juli) rückt immer näher. Und um Männer- und Nachwuchsbetrieb im neu gegründeten SV Neulengbach 1923 fortführen zu können, muss man Spieler transferieren. Das wiederum erfordert eine Freigabe durch den USV wie durch den Insolvenzverwalter. Der wiederum muss aber die Interessen der Gläubiger wahren. Bei Spielerwechseln unter 28 Jahren werden Ausbildungsentschädigungen fällig. Die dürften wiederum als Vermögenwert des Vereins gewertet werden. Gut sieht das alles nicht aus für den einst so stolzen Serienmeister aus Niederösterreich.