Vor knapp 64.000 Fans in Boston bestimmte die Mannschaft von Teamchef Thomas Tuchel zwar über weite Strecken das Geschehen und brachte es auf satte 79 Prozent Ballbesitz, echte Topchancen blieben jedoch lange Mangelware. Ghana verteidigte mit viel Einsatz und ließ die englischen Stars verzweifeln.

Kane vergibt die Riesenchance

Erst in der Schlussphase wurde es richtig gefährlich. Zunächst köpfelte Nico O’Reilly an die Latte, den Abpraller setzte Torjäger Harry Kane aus bester Position überraschend über das Tor. Wenig später retteten die Ghanaer sogar noch auf der Linie. Für Kane war es ein gebrauchter Abend. „Normalerweise mache ich dieses Tor“, gestand der Stürmer nach dem Spiel. Auch Teamchef Tuchel sah sein Team als klaren Sieger der Herzen: „Es wäre verdient gewesen.“

Ghana kämpft wie ein Löwe

Die „Black Stars“ konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Defensive, hielten dem englischen Dauerdruck aber stand. Die größte Chance der Afrikaner vergab Prince Adu knapp zehn Minuten vor Schluss.

K.o.-Phase in Reichweite

Trotz des Punktverlusts bleiben beide Teams in der Gruppe L auf Aufstiegskurs. England und Ghana halten nun bei jeweils vier Punkten und haben beste Chancen auf das Sechzehntelfinale. Während die Engländer gegen Panama den Gruppensieg fixieren wollen, wartet auf Ghana zum Abschluss noch ein Duell mit Kroatien und Altstar Luka Modrić. Für England bleibt vor allem die Erkenntnis: Gegen tiefstehende Gegner helfen große Namen allein nicht weiter. Harry Kane und Co. müssen sich steigern, wenn der WM-Traum weiterleben soll.

Ronaldo stellt Rekord auf

Beim 5:0-Sieg der Portugiesen über Usbekistan traf Superstar Cristiano Ronaldo doppelt – und stellte eine neue, surreale Marke auf: Er ist nun der erste Spieler der Geschichte, der bei sechs Weltmeisterschaften Tore erzielte. Die Portugiesen liegen in der Gruppe K nun mit vier Punkten zwei Zähler hinter Kolumbien. Die Südamerikaner setzten sich gegen DR Kongo mit 1:0 durch und stehen im Sechzehntelfinale.