Der Kanzler betonte, dass die Erfolge des Nationalteams eine moderne Spielstätte verdienen würden. Fußball sei in Österreich sowohl Breiten- als auch Spitzensport, und die Leistungen der Mannschaft müssten entsprechend gewürdigt werden. Gleichzeitig räumte Stocker ein, dass die Budgetlage schwierig sei und derzeit „jeder Euro zweimal umgedreht“ werden müsse.

WM-Arena als Vorbild

In Dallas bekam Stocker einen Eindruck davon, wie moderne Stadien heute funktionieren. Die Heimstätte der NFL-Footballer Dallas Cowboys gilt als multifunktionale Event-Arena und wird das ganze Jahr über genutzt. Ein Milliardenprojekt dieser Größenordnung sei für Österreich zwar unrealistisch, dennoch müsse man künftig auch hierzulande größer denken. Die hypermoderne Arena mit einem verschließbaren Dach hat bis zur Fertigstellung 2009 1,3 Milliarden Dollar (1,13 Milliarden Euro) gekostet. „Das wird sich in Österreich schwer amortisieren in dieser Größenordnung“, meinte Stocker.

Rangnick macht Druck

Zu den größten Befürwortern eines Neubaus zählt ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Der Deutsche treibt das Projekt seit Jahren voran und hat das Thema sogar zu einem persönlichen Herzensanliegen erklärt. Stocker zollte Rangnick großes Lob und betonte, dass man auf die Meinung eines so erfolgreichen Fußballfachmanns hören müsse. Noch gibt es weder einen konkreten Zeitplan noch eine Finanzierungszusage. Doch die Botschaft aus Dallas ist klar: Die Diskussion um ein neues Nationalstadion ist wieder voll entbrannt – und die Erfolge des ÖFB verleihen dem Projekt neuen Rückenwind.