Am Sonntag um 17.40 Uhr fiel in Passau der Startschuss für das „yfood River Race 350“. Obermairs Ziel ist es, die Donau quer durch Österreich bis nach Bratislava zu durchschwimmen – und damit einen neuen Weltrekord aufzustellen, berichtet die Heute.
Bis Mittwochabend bleiben ihm dafür lediglich 72 Stunden, wobei selbst die Wartezeiten an Schleusen in die Gesamtzeit eingerechnet werden.
Kampf gegen Strömung und Schiffe
Der Extremsportler weiß um die Gefahren seines Vorhabens.
„Ich habe großen Respekt vor der Donau: Treibgut, riesige Schiffe, stockdunkle Nächte – das macht den Weltrekordversuch gefährlich“, erklärt Obermair.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Donau aufgrund der anhaltenden Hitze derzeit ungewöhnlich wenig Wasser führt. Die Strömung ist vielerorts schwach, sodass der Schwimmer einen Großteil der Strecke aus eigener Kraft bewältigen muss.
Pausen sind während des Rekordversuchs kaum vorgesehen. Nur an den Schleusen darf Obermair kurz auf ein Begleitboot wechseln, um zu essen, sich medizinisch versorgen zu lassen oder wenige Minuten zu schlafen.
Ansonsten bleibt er Tag und Nacht im Wasser. Begleitet wird er von einem erfahrenen Team aus Sanitätern, Physiotherapeuten und weiteren Betreuern, die seine Sicherheit gewährleisten.
Energiebedarf wie ein Hochleistungssportler
Die körperliche Belastung ist enorm. Nach Angaben des Veranstalters verbraucht Obermair täglich zwischen 10.000 und 15.000 Kalorien.
Die Gesamtstrecke entspricht rund 35 olympischen Marathon-Schwimmen oder mehr als zehn Überquerungen des Ärmelkanals – ein Ausmaß, das selbst erfahrene Ausdauersportler an ihre Grenzen bringt.
Zahlreiche Prominente verfolgen den Rekordversuch live. Sänger Luca Hänni, Musiker DJ Ötzi und Ausdauersportler Joey Kelly zählen zu den Unterstützern und feuern Obermair öffentlich an.
Sein Team sammelt während des Projekts außerdem Spenden für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Kindheitstraum mit ungewissem Ausgang
Die Idee entstand bereits, als Obermair drei Jahre alt war. Damals setzte er gemeinsam mit seinem Vater ein Papierboot in die Donau. Auf die Frage, wohin es treiben würde, lautete die Antwort: „Einmal durch ganz Österreich.“
Fast zwei Jahrzehnte später versucht der Abenteurer genau diese Strecke selbst zu bewältigen.
Ob ihm der Weltrekord gelingt, ist derzeit allerdings offen. Am Montagabend hatte Obermair erst rund 60 Kilometer zurückgelegt. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte er zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich über 100 Kilometer schaffen müssen. Damit bleibt ihm nur noch wenig Zeit, um die verbleibenden 290 Kilometer bis Bratislava zu meistern.

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