Gleichzeitig haderte der Teamchef mit dem Spielplan. Österreich sei bereits im Sechzehntelfinale auf einen der stärksten Gegner des Turniers getroffen. „Wenn wir auf einen Gegner in unserer Kragenweite getroffen wären, hätten wir auch noch zwei Runden weiterkommen können“, meinte Rangnick. Doch statt eines leichteren Loses wartete mit Spanien der amtierende Europameister.

Rückschläge mussten verkraftet werden

Erschwert wurde die WM laut Rangnick auch durch zahlreiche Rückschläge. Schon vor Turnierbeginn fiel Spielmacher Christoph Baumgartner mit einer schweren Oberschenkelverletzung aus, vor dem Spanien-Spiel musste auch Außenverteidiger Phillipp Mwene passen. Stefan Posch spielte trotz Kieferbruchs mit Spezialmaske. Dennoch lobte der Teamchef den Einsatz seiner Mannschaft: „Sie hat wieder gezeigt, wie sehr sie zusammenhält.“

Lob für iberische Schlüsselspieler

Besonders beeindruckt zeigte sich Rangnick von Spaniens Mittelfeldchef Rodri, dessen Leistung er als außergewöhnlich bezeichnete. Auch Jungstar Lamine Yamal habe Österreich über weite Strecken gut kontrolliert, komplett ausschalten könne man einen Spieler seiner Klasse aber nicht.

„Wüsste nicht, was wir großartig hätten anders machen können“

Mit dem Turnier insgesamt zeigt sich der 68-Jährige dennoch zufrieden. Das dramatische Last-Minute-Weiterkommen gegen Algerien werde ihm vor allem als „emotionales“ Erlebnis in Erinnerung bleiben. Große Selbstkritik übte Rangnick nicht: „Ich wüsste nicht, was wir großartig hätten anders machen können.“

Kein großer Umbruch geplant

Trotz des Ausscheidens richtet sich der Blick bereits nach vorne. Rangnick, der seinen Vertrag erst vor der WM verlängert hat, will Österreich dauerhaft bei Europa- und Weltmeisterschaften etablieren. Einen großen Umbruch im Nationalteam kündigte er nicht an. Obwohl bei der EM 2028 Laimer, Kalajdzic oder Xaver Schlager bereits über 30 Jahre alt sein werden. ÖFB-Kapitän David Alaba würde beim Turnier 36 werden. Nach dem Rücktritt von Rekordspieler Marko Arnautovic sollen lediglich punktuell neue Kräfte eingebaut werden – das Grundgerüst der Mannschaft soll bestehen bleiben.