Besonders angespannt war die Lage in Den Haag. Nachdem sich zunächst zahlreiche Fans zum Feiern auf den Straßen versammelt hatten, eskalierte die Situation am späten Abend. Randalierer bewarfen Polizisten mit Steinen, Glasflaschen, Feuerwerkskörpern und Fackeln. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern, Bürgermeister Jan van Zanen verhängte für Teile des betroffenen Viertels eine Notverfügung. Ein Verkehrshelfer sowie zwei Polizeibeamte wurden verletzt, 29 Personen kamen in Polizeigewahrsam.

Angriffe auf Einsatzkräfte in mehreren Städten

Auch in Utrecht griffen Gewalttäter Polizeibeamte mit schwerem Feuerwerk an. In den Stadtteilen Lombok, Kanaleneiland und Overvecht wurden Fahrzeuge in Brand gesetzt, Bushaltestellen beschädigt und der Verkehr zeitweise lahmgelegt.

Ähnliche Szenen spielten sich auch in Rotterdam, Leiden und Amersfoort ab. Dort flogen ebenfalls Feuerwerkskörper, Steine und Glas in Richtung der Einsatzkräfte. In Rotterdam stellte die Polizei zudem einen Molotowcocktail sicher.

Feierlichkeiten schlagen erneut in Gewalt um

Zuvor hatten Tausende Anhänger der marokkanischen Nationalmannschaft in Städten wie Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht den Viertelfinaleinzug ihrer Mannschaft gefeiert. Autokorsos, Feuerwerk und Menschenmengen prägten vielerorts das Straßenbild. In mehreren Städten schlugen die Feierlichkeiten jedoch erneut in Gewalt um.

Wie Apollo News berichtete, war es insbesondere nach Marokkos Sieg gegen die Niederlande in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft zu schweren Ausschreitungen gekommen. Auch in Belgien und Frankreich kam es in der Vergangenheit nach Erfolgen der „Atlas-Löwen“ wiederholt zu Krawallen und Angriffen auf Einsatzkräfte.

Kanada zieht trotz WM-Aus positive Bilanz

Während Marokko erstmals in seiner Geschichte im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft steht, endet das Heimturnier für Kanada trotz des Achtelfinal-Aus mit Zuversicht. Nationaltrainer Jesse Marsch sprach nach der 0:3-Niederlage von einer Aufbruchsstimmung im kanadischen Fußball und kündigte an, dass künftig deutlich höhere Erwartungen an die Nationalmannschaft gestellt werden.

Auch Verteidiger Alistair Johnston sieht das Turnier als Meilenstein. Die Weltmeisterschaft habe gezeigt, dass Kanada längst zu einem echten Fußballland geworden sei. Nun hofft der Co-Gastgeber, den Schwung der Heim-WM mitzunehmen und sich für die WM 2030 sportlich zu qualifizieren.