Der 38-Jährige selbst denkt allerdings nicht ans Aufgeben. „Ich habe einen Vertrag bis 2028. Wenn der DFB will, stehe ich bereit. Wenn nicht, müssen sie mir das sagen. Ich bin niemand, der wegläuft“, stellte Nagelsmann nach dem Aus klar.

Wut wegen Schiri

Der Frust sitzt dennoch tief. Besonders der aberkannte Treffer von Jonathan Tah in der Verlängerung brachte den Teamchef auf die Palme. „Das ist ein Witz“, schimpfte Nagelsmann über die VAR-Entscheidung. Doch die Schiedsrichter-Diskussion dürfte kaum darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland erneut eine WM-Enttäuschung erlebt hat. Nach regulärer Spielzeit sowie Verlängerung war es nur 1:1 ausgegangen, bevor das Elferschießen startete.

Lange Krise

Seit dem Titelgewinn 2014 steckt der DFB in der Krise. Nach den Vorrunden-Aus 2018 und 2022 war diesmal bereits im Sechzehntelfinale Endstation. Für viele Experten ist das ein weiteres Alarmsignal – und Nagelsmann gerät zunehmend unter Druck.

Nachfolge-Kandidat: „Trainer muss sich jetzt hinterfragen“

Die Nachfolger-Debatte läuft bereits auf Hochtouren. Namen wie Jürgen Klopp oder Christian Streich machen schon die Runde. Ex-Nationalspieler Christoph Kramer brachte die Verantwortung des Teamchefs auf den Punkt: „Der Trainer bestimmt alles – deshalb trägt er auch die Verantwortung.“ Auch Streich äußerte sich zur Lage – wenn auch ohne eigene Ambitionen anzumelden. Seine Botschaft an Nagelsmann fiel dennoch deutlich aus: „Der Trainer muss sich jetzt hinterfragen – so wie die Spieler. Es war von beiden Seiten nicht genug.“ Ob Nagelsmann trotz laufenden Vertrags weitermachen darf oder der DFB nach der nächsten WM-Blamage die Reißleine zieht, dürfte die deutsche Fußballszene in den kommenden Tagen intensiv beschäftigen.