In den 1990er Jahren war man noch Bestandteil des Fußball-Oberhauses. Höhepunkt: Der 2:1-Sieg im Happel-Stadion gegen Rekordmeister Rapid im ÖFB-Cupfinale. Samt anschließenden Europacup-Auftritten gegen Tottenham. Danach fiel der SV Stockerau in niedrigere Sphären, gegenwärtig wird in der höchsten NÖ-Liga gekickt, hier mit Heimspielen in der Alten Au.

9 Hektar Breitensport-Areal werden geschliffen

Diese ruhmreiche Arena bietet auf 9 Hektar Areal nicht nur Fußballern eine Heimat. Anhängig ist auch ein Hallenkomplex, ein Restaurant, Trainingsfelder sowie das Stadion-Areal mit einer Tribüne für 1050 Zuseher. Vor Ort machen an die 1.000 Sportler – viele aus dem Nachwuchs – Bewegung. Neben Fußballern sind unter anderem Handballer, Tischtennis-Spieler oder Judokas anwesend. Teils in der jeweiligen Bundesliga. Sie stehen nun vor dem Aus.

Spitalsneubau kommt fix

Denn seit kurzem ist klar: Die Stadtgemeinde Stockerau wird Standort für das neue Landesklinikum Weinviertel Süd, ein Riesenprojekt, das die bestehenden Kliniken Stockerau, Hollabrunn und Kroneuburg vereinen soll. Gebaut wird das neue Spital in der Alten Au, genauer gesagt statt der Sportstätte. „Es wurde uns knapp mitgeteilt“, erzählt SV-Präsident Thomas Schmidt. Das Land hätte die Entscheidung der Gemeinde mitgeteilt, die wiederum meldete sich dann beim Funktionär mit der Hiobsbotschaft.

Kein neuer Standort bekannt

Viel mehr an Infos gibt es derzeit noch nicht. Der Auszugstermin ist unbekannt, aber in den nächsten Jahren unausweichlich. A propos: Ausweichen ist derzeit generell das interne Thema im Vorstand. Aber wohin? „Es wurde uns garantiert, dass der Verein und seine Sektionen das bekommen, was sie hatten“, betont Schmidt. Allerdings dürfte sich die Gemeinde schwertun, 9 Hektar an frei verfügbarer Fläche dem Verein zur Verfügung zu stellen. Eine angedachte Möglichkeit sei angeblich, das Areal auf zwei Standorte aufzuteilen.

Die Frage nach dem Geld

Hinter den Kulissen laufen nun Erstgespräche in der Gemeinde wegen der Finanzierung eines Neubaus, was sicher das heißeste Thema in der ganzen Causa ist – neben dem Faktum, dass einmal mehr die Anliegen von mehreren hundert (Jugend-)Sportlern ignoriert wird. Ein trauriger Trend in den letzten Jahren, wenn man sich Österreichs Sport-Landkarte ansieht.