Unmittelbar nach dem Schlusspfiff war Arnautovic die Enttäuschung anzusehen. Barfuß und sichtlich bewegt verabschiedete sich der 37-Jährige von seinen Teamkollegen und den Fans. „Beim Schlusspfiff war mir klar, dass es für mich das letzte Mal war. Es fühlt sich katastrophal an“, sagte er mit tränenerstickter Stimme. Besonders schmerze ihn, dass er seine „zweite Familie“ im Nationalteam künftig nicht mehr auf dem Platz erleben werde.
Tormaschine Toni Polster abgelöst
Sein Weg im ÖFB-Team begann 2008 mit dem Debüt gegen die Färöer-Inseln. Zwei Jahre später erzielte er gegen Aserbaidschan seine ersten Länderspieltore. Es folgten unzählige emotionale Momente – von den EM-Teilnahmen 2016, 2021 und 2024 bis hin zum historischen WM-Auftritt 2026. Unvergessen bleibt auch sein Viererpack gegen San Marino, mit dem er Toni Polster als Rekordtorschützen des Nationalteams ablöste.
Garant für Kultsager
Arnautovic prägte das ÖFB-Team aber nicht nur mit Toren, sondern auch mit seiner unverwechselbaren Art. Legendäre Sprüche wie „Für mich auch Mahlzeit“ oder „Shampoo!“ statt „Chapeau!“ („Hut ab!“ im Französischen) machten ihn weit über den Fußball hinaus zum Kultspieler. Anfangs wegen seiner Emotionalität oft umstritten, entwickelte er sich im Laufe der Jahre zum Führungsspieler und Identifikationsfigur.
Eine außergewöhnliche Teamkarriere
Sein letztes großes Kapitel schrieb er bei der Weltmeisterschaft in den USA. Nach dem dramatischen Last-Minute-Aufstieg gegen Algerien durfte Arnautovic noch einmal die K.-o.-Phase einer WM erleben. Gegen Spanien war schließlich Endstation – und gleichzeitig der Schlusspunkt unter einer außergewöhnlichen ÖFB-Karriere. Mit seinem Abschied verliert Österreich seinen Rekordtorschützen und eine der prägendsten Persönlichkeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Ein offizielles Abschiedsspiel gilt bereits als wahrscheinlich.

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