Das sogenannte “kleine Finale” wird (mit Ausnahme von 1950) bereits seit der WM 1934 ausgetragen und soll den dritten Platz ermitteln. Für die Teams geht es dabei nicht nur um die Bronzemedaille, sondern auch um bares Geld: Der Drittplatzierte erhält 29 Millionen Dollar Preisgeld und damit zwei Millionen mehr als der Vierte. Außerdem fließt das Ergebnis in die FIFA-Weltrangliste ein.
Kritiker: „Sinnlose Partie“
Kritiker halten das Spiel dennoch für entbehrlich. Der frühere niederländische Teamchef Louis van Gaal bezeichnete die Partie sogar als “sinnlos” und forderte ihre Abschaffung. Gerade nach einer langen Saison bedeute das kleine Finale für die Spieler eine zusätzliche Belastung – mit entsprechendem Verletzungsrisiko.
Das liebe Geld
Für die FIFA überwiegen jedoch die Vorteile. Ein weiteres WM-Spiel bringt zusätzliche Einnahmen durch Ticketverkäufe, TV-Rechte und Werbung. Deshalb hält der Weltverband am Spiel um Platz drei fest – auch wenn andere Turniere wie die Fußball-Europameisterschaft schon seit Jahrzehnten darauf verzichten.
Deutschland und Österreich haben gute Erinnerungen
Deutschland konnte das kleine Finale übrigens mehrfach für einen versöhnlichen Abschluss nutzen: 2006 verabschiedete sich Oliver Kahn beim 3:1 gegen Portugal mit einem Sieg von der Nationalmannschaft – und das bei der Heim-WM. 2010 sicherte sich die DFB-Elf mit einem 3:2 gegen Uruguay ebenfalls Rang drei. Die Österreicher verbinden noch bessere Erinnerungen: Dank eines 3:1-Sieges gegen den amtierenden Weltmeister Urugay wurde man 1954 in der Schweiz WM-Dritter. Das ist das beste Ergebnis, das eine ÖFB-Elf bei einer Endrunde jemals erzielt hat.

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