Schon vor dem Anpfiff der WM-Generalprobe gab es die erste Hiobsbotschaft: Leistungsträger Christoph Baumgartner verletzte sich beim Aufwärmen und musste kurzfristig passen. Auch Kapitän David Alaba wurde zur Pause ausgetauscht. Wie schwer die Blessuren tatsächlich sind, soll erst in den kommenden Tagen feststehen.

Rote Karte sorgt für Schock

Die Tunesier nutzen Unsicherheiten in der rot-weiß-roten Defensive fast aus – dreimal scheiterten sie aber an Aluminium. Noch brenzliger wurde es in der 37. Minute: Konrad Laimer sah nach VAR-Eingriff die Rote Karte und musste vorzeitig vom Platz. Für einen Moment herrschte große Sorge, dass Österreich kurz vor der WM einen wichtigen Spieler verlieren könnte. Laimer selbst sprach später von einem Schockmoment: Im ersten Augenblick habe er sich gefragt, „wie blöd man sein kann“, in einem Freundschaftsspiel Rot zu sehen. Die Entwarnung folgte jedoch rasch: Für das WM-Auftaktspiel hat die Karte keine Folgen.

In Unterzahl plötzlich stärker

Ausgerechnet nach dem Platzverweis zeigte Österreich seine wohl stärkste Phase. Trotz Unterzahl kontrollierte das Team die Partie besser als zuvor und kam zu den gefährlicheren Chancen. Held des Abends wurde Marcel Sabitzer. Der Dortmund-Star erzielte in der 63. Minute das Goldtor und bescherte dem ÖFB-Team einen verdienten 1:0-Erfolg. Für Sabitzer war es bereits der dritte Treffer im dritten Länderspiel des Jahres.

Mit Sorgen - aber auch Selbstvertrauen nach Amerika

Vor dem Start der Weltmeisterschaft bleiben zwar Fragezeichen hinter Baumgartner und Alaba. Gleichzeitig hat die Rangnick-Elf aber bewiesen, dass sie selbst mit zehn Mann bestehen kann. Der letzte Eindruck vor der Reise nach Amerika am Donnerstag lautet daher: Verletzungssorgen und WM-Alarm auf der einen Seite – aber auch Moral, Kampfgeist und ein Sieg, der rechtzeitig Selbstvertrauen bringt. Österreich startet mit einem Erfolgserlebnis in das größte Abenteuer der vergangenen Jahre. Auftakt bei der WM ist am 17. Juni gegen Jordanien.