Damit könnte die ÖFB-Auswahl in der ersten K.o.-Runde an Spanien vorbeikommen.
„Es ist sicherlich von Vorteil, dass wir das allerletzte Spiel haben, sodass wir zu Beginn schon ganz genau wissen, welches Ergebnis es braucht“ meinte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Über allem steht jedoch das Ziel, erstmals seit 1982 die Gruppenphase einer WM zu überstehen. „Wir müssen im letzten Spiel dafür sorgen, dass wir auf jeden Fall dabei sind, wenn es in die Play-off-Phase geht”, sagte Rangnick. „Dann ist es am Ende auch egal, gegen wen wir kommen.”
Die Ausgangslage
Als Zweiter der Gruppe würde die ÖFB-Auswahl am 2. Juli (21:00 Uhr MESZ) in Los Angeles weiterspielen – gegen den Sieger der Gruppe mit Topfavorit Spanien und Uruguay. Als Gruppendritter gibt es mehrere Varianten. Der wahrscheinlichste Gegner wäre die Schweiz, die Partie würde in der Nacht auf den 3. Juli (5:00 Uhr MESZ) in Vancouver stattfinden. Die Vorbereitungszeit ist in jedem Fall kurz. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bezeichnete die Logistik als „ziemlich schräg”, da sich die meisten Spielorte an der nordamerikanischen Westküste befinden, aber auch als „nicht ganz so schlimm”.
Da nicht nur Österreich, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Algerien ein Unentschieden zum Aufstieg reicht, befürchten internationale Medien in Anlehnung an die „Schande von Gijón”, als Österreich und Deutschland 1982 mit ihrem Nichtangriffspakt ausgerechnet WM-Debütant Algerien aus dem Turnier warfen, bereits die „Schande von Kansas City”. In bisher 47 ÖFB-Länderspielen unter Rangnick gab es jedoch noch kein einziges 0:0.
Überhaupt haben die Österreicher in sechs Partien bei EM und WM unter dem Deutschen noch nie zu Null gespielt. Bei einer WM gelang das dem ÖFB-Team zuletzt 1982 gegen Algerien. Damals setzten sich die Österreicher dank Toren von Walter Schachner und Hans Krankl mit 2:0 durch. Seitdem hat Rot-Weiß-Rot in elf WM-Partien in Serie immer zumindest ein Gegentor erhalten.
Leichte Rotation möglich
Mit welchem Personal das gelingen soll, ist offen. In Anbetracht der Ausgangslage und der kurzen Zeit bis zum Sechzehntelfinale ist es durchaus vorstellbar, dass Rangnick auf etwas Rotation setzt – insbesondere, wenn der Aufstieg bereits vor Spielbeginn so gut wie sicher wäre. Neben dem bisher nur als „Joker” eingesetzten Marko Arnautović könnte auch der gegen Jordanien (3:1) und Argentinien (0:2) jeweils nach rund einer Stunde ausgewechselte David Alaba eine Pause erhalten.
Youngster Paul Wanner dürfte trotz des Schlages auf die Wade gegen die Argentinier einsatzfähig sein. Die Schlüsselspieler Konrad Laimer und Marcel Sabitzer sowie der nach einem Kieferbruch mit Spezialschiene spielfähige Stefan Posch sind mit Gelben Karten vorbelastet und wären bei einer weiteren Verwarnung für das erste K.o.-Spiel gesperrt.
Ein weiterer Faktor ist die Witterung. In Kansas City regnete es in den vergangenen Tagen stark und für das Spiel sind Gewitter möglich. Im Fall eines solchen müsste das Stadion, das 69.045 Zuschauer fasst und offen ist, vorübergehend geräumt werden. Die Hitze ist die ÖFB-Auswahl von ihrem Trainingsquartier und den beiden bisherigen WM-Auftritten nicht gewöhnt. „Das Spiel ist am Abend, das ist definitiv ein Vorteil”, meinte Schöttel. „Wir werden das bewältigen.” Die Anpassungsschwierigkeiten der in Kansas stationierten Algerier dürften jedoch geringer ausfallen.
Algerien mit "viel Qualität"
Der zweimalige Afrika-Cup-Sieger (zuletzt 2019) verfügt über zahlreiche Spieler in Topligen, darunter mit Ibrahim Maza einen der Shootingstars der deutschen Bundesliga. „Maza ist ein absolut außergewöhnlicher Spieler, echt ein Riesentalent”, sagte der verletzte ÖFB-Offensivspieler Christoph Baumgartner über den 20-Jährigen von Bayer 04 Leverkusen. Algerien sei ein sehr guter Gegner. „Sie haben viel Qualität. Da müssen wir schon eine absolute Topleistung hinlegen, das wissen wir alle.“
Schöttel sprach von einem „komplett offenen Spiel”. Die Algerier hätten mehr technisch gute Akteure als der erste Gruppengegner Jordanien. „Das ist definitiv eine Mannschaft, die Fußball spielen will, die das Spiel aktiv gestalten will und sich nicht hinten reinstellt.“

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