100 Jobs weg – DocMorris macht deutschen Standort dicht
Auf den ersten Blick scheint bei dem Schweizer Pharmaunternehmen DocMorris alles stabil zu sein: steigende Umsätze, wachsende Nachfrage und neue digitale Geschäftsmodelle. Doch hinter dieser Fassade zeigt sich ein anderes Bild.
Verluste drücken auf die Geschäfstbilanz und machen Einschnitte unausweichlich. Ein deutsches Werk wird nun dichtgemacht.
Standortschließung trotz steigender Umsätze
Das in Frauenfeld (Schweiz) ansässige Unternehmen DocMorris AG hat angekündigt, seinen deutschen Logistikstandort in Ludwigshafen am Rhein im Sommer zu schließen. Das Versandzentrum in Ludwigshafen am Rhein, spielte bislang eine zentrale Rolle für das Deutschlandgeschäft. Der Standort umfasst eine Fläche von über 4.000 Quadratmetern und ein Sortiment von rund 100.000 Artikeln. Innerhalb weniger Wochen soll der Betrieb vollständig eingestellt werden.
Hintergrund sind die durchwachsenen Geschäftszahlen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im Jahr 2025 bei minus 48,2 Millionen Franken (52,9 Millionen Euro) – nur leicht besser als im Vorjahr mit minus 48,6 Millionen Franken.
Ein Großteil der Verluste entfällt dabei auf den deutschen Markt: 46,3 Millionen Franken (50,8 Millionen Euro) des negativen Ergebnisses sind diesem Segment zuzuordnen. Auch unter dem Strich verschärfte sich die Situation: Das Nettoergebnis belief sich auf minus 134,4 Millionen Franken (147,5 Millionen Euro) – deutlich mehr als im Vorjahr mit minus 97,3 Millionen Franken.
Die Folge: eine strategische Neuausrichtung mit klaren Einschnitten. Rund 100 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen.
Verlagerung ins Ausland als Konsequenz
Die bisher in Ludwigshafen gebündelten Aktivitäten werden künftig an einen hochautomatisierten Standort im niederländischen Heerlen verlagert. Ziel ist es, Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten nachhaltig zu senken.
Effizienz als entscheidender Faktor
Mit der Verlagerung erwartet das Unternehmen eine spürbare Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Ab 2027 soll sich das Ergebnis jährlich um mehr als zwei Millionen Schweizer Franken (EBITDA) verbessern.
Diese Entwicklung zeigt, wie stark Automatisierung und Standortwahl inzwischen über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Moderne Logistikzentren mit hohem Automatisierungsgrad ermöglichen deutlich effizientere Abläufe – und machen bestehende Strukturen zunehmend überflüssig.
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