24 Prozent mehr Insolvenzen: Dieses Bundesland leidet besonders unter der Wirtschaftskrise
Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Entspannung im laufenden Jahr hat sich bislang nicht erfüllt – im Gegenteil: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zieht spürbar an und entwickelt sich in einigen Bundesländern dynamischer als noch vor wenigen Wochen prognostiziert.
Besonders Vorarlberg ist betroffen. Im ersten Quartal, hat die Zahl der Unternehmenspleiten hier, im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt.
ORF-Berichten zufolge, wurden im ersten Quartal des Jahres in Vorarlberg insgesamt 60 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auffällig ist vor allem die Entwicklung im März: Allein in diesem Monat kam es zu 25 Insolvenzen. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt liegt die monatliche Zahl bei rund zwölf Fällen.
Verbindlichkeiten steigen massiv
Neben der steigenden Zahl an Insolvenzen fällt auch die Entwicklung der Schulden ins Gewicht. Die Verbindlichkeiten der betroffenen Unternehmen haben im Vergleich zum Vorjahr um 123,5 Prozent zugenommen. Einen erheblichen Anteil daran hat eine einzelne Großinsolvenz: Die Pleite des Textil-Unternehmens feinjersey schlug mit rund 14,5 Millionen Euro zu Buche.
Die Prognosen wurden übertroffen
Noch vor wenigen Wochen waren die Erwartungen deutlich verhaltener. Der Kreditschutzverband hatte ursprünglich mit maximal 46 Insolvenzen bis zum Ende des ersten Quartals gerechnet. Die tatsächliche Entwicklung liegt nun deutlich darüber.
Regional unterschiedliche Entwicklungen – Oberösterreich steht besser da
Ein Blick auf andere Regionen zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. In Oberösterreich ist die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal leicht zurückgegangen. Laut Hochrechnung rutschten dort 205 Unternehmen in die Pleite, was einem Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Auch die Verbindlichkeiten entwickelten sich rückläufig: Mit rund 62 Millionen Euro lagen sie mehr als 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zudem waren weniger Arbeitsplätze betroffen – die Zahl der betroffenen Beschäftigten sank auf etwa 470, ebenso ging die Zahl der Gläubiger zurück.
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