2,5 Prozent Inflation: Bank Austria prognostiziert Rückkehr der Teuerung
Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten hinterlassen inzwischen auch in Europa wirtschaftliche Spuren. Die Ökonomen der Bank Austria haben ihre Erwartungen zur Preisentwicklung in Österreich nach oben angepasst. Statt einer moderaten Teuerung rechnen sie nun damit, dass die Inflation im laufenden Jahr deutlich höher ausfallen wird als bislang prognostiziert.
Auch am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) gehen Experten davon aus, dass die Inflationsrate klar über der Zwei-Prozent-Marke liegen dürfte.
Energiepreise treiben neue Prognose
In einer aktuellen Einschätzung hat die Bank Austria ihre Inflationsprognose für das Jahr 2026 deutlich angepasst. Statt der bislang erwarteten durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,9 Prozent rechnen die Volkswirte nun mit rund 2,5 Prozent.
Auslöser für diese Korrektur sind vor allem steigende Energiepreise infolge des Iran-Konflikts. Die geopolitischen Verwerfungen kommen aus Sicht der Ökonomen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst im Jänner war die Inflation in Österreich wieder auf rund 2,0 Prozent gesunken und hatte damit erstmals seit längerer Zeit eine gewisse Stabilisierung signalisiert.
Inflation bleibt auch 2027 über dem Zielwert
Auch für das kommende Jahr rechnen die Experten weiterhin mit einer Teuerungsrate oberhalb der Zwei-Prozent-Marke. Nach der aktuellen Einschätzung dürfte die Inflation im Jahr 2027 im Durchschnitt etwa 2,2 Prozent betragen. Der Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl erläuterte die Anpassung der Prognose: „Wir haben unsere optimistische Inflationsprognose von 1,9 Prozent im Jahresdurchschnitt 2026 auf 2,5 angehoben, unter
der Annahme eines überschaubaren Zeitrahmens des Konflikts und keiner weiteren Eskalationen, die sich negativ auf die Energiepreise auswirken würden. Auch für 2027 ist mit 2,2 Prozent mit einer etwas höheren Inflation, als bis vor kurzem angenommen, zu rechnen.“
Auch Wirtschaftsforscher erwarten höhere Preise
Die aktuelle Einschätzung der Bank Austria bewegt sich damit weitgehend im Rahmen anderer Prognosen. Bereits im vergangenen Herbst hatten Ökonomen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) auf eine ähnliche Entwicklung hingewiesen. In ihrer damaligen Analyse gingen sie davon aus, dass die Inflationsrate im laufenden Jahr im Durchschnitt rund 2,4 Prozent erreichen könnte.
Nach Einschätzung der Wifo-Forscher, werden die Preise in diesem Jahr, in mehreren zentralen Bereichen des täglichen Lebens deutlich ansteigen.
Für Lebensmittel – einschließlich Alkohol und Tabak – erwarten die Ökonomen im Jahresdurchschnitt eine Verteuerung von rund 3,2 Prozent. Ein besonders kräftiger Anstieg wird laut der Analyse in zwei Bereichen erwartet: Energie und Dienstleistungen.
Die Energiepreise könnten demnach im Durchschnitt um etwa 4,8 Prozent zulegen. Auch Dienstleistungen verteuern sich wohl spürbar – hier rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Anstieg von rund 4,4 Prozent. Zu dieser Kategorie zählen zahlreiche alltägliche Ausgabenposten. Dazu gehören unter anderem Gastronomie und Hotellerie, Mietkosten, persönliche Dienstleistungen wie Friseurbesuche oder Kosmetikangebote sowie verschiedene Gebühren im öffentlichen Bereich.
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