Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte Rolls-Royce einen Gewinnanstieg von rund 40 Prozent. Der operative Überschuss kletterte auf etwa 3,5 Milliarden Pfund. Auch beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen ein kräftiges Plus: Mit 21,2 Milliarden Pfund lagen die Erlöse um gut 12 Prozent über dem Vorjahr.

Diese Entwicklung ist keineswegs allein auf günstige Marktbedingungen zurückzuführen. Vielmehr zeigen die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen Wirkung. Prozesse wurden verschlankt, Kosten reduziert und Geschäftsbereiche neu ausgerichtet. Die Effizienzgewinne schlagen nun spürbar auf die Bilanz durch.

Zivilluftfahrt bleibt Wachstumsmotor

Der größte Impuls kommt weiterhin aus der zivilen Luftfahrt. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes stammt aus diesem Bereich. Die operative Marge erreichte hier beachtliche 20,5 Prozent.

Auch die Sparte Power Systems, die Land- und Seeantriebe entwickelt, wuchs dynamisch. Der Umsatz stieg um 19 Prozent, der bereinigte Gewinn lag deutlich über den Erwartungen. Im Verteidigungsbereich konnte Rolls-Royce ebenfalls stabile Margen erzielen, was die breite Aufstellung des Konzerns unterstreicht.

Analysten reagieren mit Kursziel-Anhebungen

Die starken Zahlen blieben an den Finanzmärkten nicht unbeachtet. Die kanadische Investmentbank RBC erhöhte ihr Kursziel für die Aktie spürbar und bestätigte ihre positive Einschätzung. Die Begründung: Die Resultate seien klar besser ausgefallen als prognostiziert. Entsprechend wurden auch die Umsatz- und Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre nach oben angepasst.

Ambitionierte Prognosen und neue Geschäftsfelder

Auch Rolls-Royce selbst ist optimistisch: Für 2026 stellt das Unternehmen einen operativen Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund in Aussicht. Bis 2028 soll dieser Wert auf bis zu 5,2 Milliarden Pfund steigen. Gleichzeitig plant der Konzern, die Gewinnmarge weiter auszubauen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern.

Neben den Kernkompetenzen, die vor allem im Triebwerksbau liegen, eröffnen sich zusätzliche Chancen in Technologiefeldern, wie der Kernkraft. Besonders kleine modulare Kernreaktoren – sogenannte Mini-Atomkraftwerke – rücken stärker in den Fokus. Das wachsende Interesse an stabiler Energieversorgung, etwa für große KI-Rechenzentren, könnte hier neue Aufträge generieren.