Wie das Unternehmen mitteilte, wurde gemeinsam mit dem Betriebsrat geregelt, wie der Personalabbau organisiert werden soll.

Von der Schließung betroffen sind insgesamt 560 Mitarbeiter. Rund 220 von ihnen sollen an anderen Bosch-Standorten untergebracht werden können. Für die übrigen Beschäftigten greifen Maßnahmen wie Qualifizierungsangebote und ab 2029 eine Transfergesellschaft.

Die Entscheidung zur Aufgabe der Autoteilefertigung war bereits im September des Vorjahres angekündigt worden. Seitdem liefen Verhandlungen über die konkrete Ausgestaltung.

Wettbewerbsdruck und schrumpfender Markt

Als zentralen Grund für den Rückzug nennt Bosch die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der in Waiblingen hergestellten Verbindungstechnik. Die dort produzierten Komponenten – darunter Steckverbindungen, mechanische Fügeelemente und weitere technische Bauteile für Fahrzeuge – seien im internationalen Vergleich zu teuer geworden.

Auf dem europäischen Markt sei der Umsatz in diesem Segment binnen acht Jahren um nahezu die Hälfte gesunken. Auch für die kommenden Jahre erwarte man weitere Einbußen.

Das Produktionsvolumen am Standort sei daher kontinuierlich zurückgegangen, ebenso die Beschäftigtenzahl. „Trotz entsprechender Anstrengungen konnten in dieser Zeit keine beschäftigungsrelevanten Neuprodukte gewonnen werden“, erklärte das Unternehmen.

Kritik der Arbeitnehmervertrete

Die Gewerkschaft IG Metall sieht die Entwicklung kritisch. Aus ihrer Sicht hätte der Standort eine Perspektive gehabt. Vorausgesetzt, der Konzern hätte stärker in Innovation und neue Produkte investiert.

„Die Verlagerung von Produktion und Know-how ist ein schwerer Fehler zulasten der Region“, erklärte die IG Metall in Waiblingen. Zwar milderten die vereinbarten Maßnahmen die unmittelbaren sozialen Folgen ab. Dennoch ersetze der Sozialplan keine langfristige industriepolitische Strategie.

Belastung in der Mobilitätssparte

Die Schwierigkeiten in Waiblingen stehen exemplarisch für die Lage innerhalb der Mobilitätssparte des Konzerns. Weltweit kämpft Bosch Mobility mit erheblichem Kostendruck. Intern wird von einer jährlichen Finanzierungslücke von rund 2,5 Milliarden Euro gesprochen.

Neben strukturellen Marktveränderungen spielt dabei primär der zunehmende Wettbewerb aus Asien eine Rolle. Anbieter aus Fernost drängen mit kostengünstigeren Produkten auf den europäischen Markt und setzen etablierte Zulieferer unter Druck.