5,7-Millionen-Konkurs: Immobilienfirma rutscht in die Insolvenz
Die wirtschaftliche Lage im Immobiliensektor bleibt angespannt. Am Landesgericht Salzburg wurde am Mittwoch das Konkursverfahren über die ML Investment GmbH eröffnet. Das Unternehmen, das zuletzt mehrere Wohnbauprojekte in der Region plante, hinterlässt laut Angaben des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV1870) Verbindlichkeiten in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro.
Die ML Investment GmbH hatte ab dem Jahr 2021 mit der Errichtung einer Wohnanlage unter dem Namen „Wohnen am Heuberg“ begonnen. Das Projekt sollte mehrere Eigentumswohnungen umfassen und galt als zentrales Vorhaben des Unternehmens.
Im Verlauf der Bauarbeiten traten jedoch Probleme auf. Nach Angaben im Konkursantrag kam es bereits bei der Errichtung der Baugrube zu technischen Schwierigkeiten. Gleichzeitig stiegen die Baukosten erheblich an.
Vor allem die Preisentwicklung nach dem Beginn des Ukraine-Krieges führte zu einer deutlichen Verteuerung von Baustoffen und Bauleistungen. Diese Entwicklungen machten die wirtschaftliche Umsetzung des Projekts zunehmend schwieriger.
Der ursprünglich geplante letzte Bauabschnitt konnte schließlich nicht mehr realisiert werden. Käufer bereits verkaufter Wohnungen mussten die Fertigstellung ihrer Einheiten größtenteils selbst organisieren.
Weitere Projekte konnten nicht umgesetzt werden
Neben dem Bauvorhaben am Heuberg hatte das Unternehmen auch andere Projekte in Salzburg geplant. So erwarb die ML Investment GmbH im Jahr 2022 mehrere Grundstücke in Salzburg-Leopoldskron.
Dort sollten weitere Immobilienentwicklungen umgesetzt werden. Die Vorhaben kamen jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. In der Folge wurden Teile der Grundstücke wieder veräußert.
Laut Angaben des Kreditschutzverbands sind im Konkursantrag zunächst drei Gläubiger angeführt. Weitere Forderungen können noch bis zum 13. Mai beim zuständigen Gericht angemeldet werden. Nach derzeitigen Informationen sind keine Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Lediglich ein Dienstnehmer soll im Zusammenhang mit dem Verfahren genannt sein.
Aktuell: Weitere Insolvenz im Bauumfeld
Parallel dazu wurde jüngst auch über ein anderes heimisches Unternehmen aus der Baubranche ein Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen ist der Dornbirner Dachdeckerbetrieb Helmut Wolf, der neben Dachdeckerarbeiten auch im Bereich der Wohnungsvermietung tätig ist. Die Höhe der offenen Verbindlichkeiten wird in diesem Fall mit rund zwei Millionen Euro angegeben. Auch hier sind nach aktuellen Informationen keine Beschäftigten von der Insolvenz betroffen.
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