Österreichs Wirtschaft kommt nicht zur Ruhe: Auch 2025 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erneut gestiegen – und das bereits im fünften Jahr in Folge. Laut Statistik Austria wurden 6.809 Pleiten registriert, was einem Anstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders hart traf es erneut den Dienstleistungsbereich, aber auch der Handel und die Bauwirtschaft kämpfen mit hohen Ausfällen. Zwar legten gleichzeitig auch die Neugründungen zu, doch die Pleitewelle setzt sich fort.

Dienstleistungen, Handel und Bau besonders betroffen

„Die drei am stärksten betroffenen Wirtschaftsbereiche waren Dienstleistungen, dicht gefolgt von Handel und Bau“, sagte Manuela Lenk, Generaldirektorin von Statistik Austria, laut einer Aussendung vom Dienstag.

Mit 1.970 Insolvenzen lag der Bereich Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen im Vorjahr an der Spitze. Dahinter folgten laut vorläufigen Zahlen der Handel mit 1.125 Pleiten und die Baubranche mit 1.097 Insolvenzen. Auch in den Bereichen Beherbergung und Gastronomie gab es 898 Firmeninsolvenzen.

Ein ähnliches Bild zeigt das vierte Quartal 2025: Insgesamt gingen 1.669 Unternehmen in die Insolvenz. Das waren 2,8 Prozent mehr als im dritten Quartal, allerdings rund 2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Im Detail entfielen im vierten Quartal 449 Insolvenzen auf den Bereich Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen, 298 auf die Baubranche, 276 auf den Handel sowie 224 auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie. Die Statistik weist allerdings darauf hin, dass die Zahl der Insolvenzen in einzelnen Branchen maßgeblich von der Zahl der dort aktiven Unternehmen abhängt.

Mehr Neugründungen – aber auch Warnsignal

Nicht nur die Zahl der Pleiten nahm zu, sondern auch die der Registrierungen neuer Unternehmen. Im Vorjahr wurden 67.642 neue rechtliche Einheiten angemeldet, was einem Plus von rund 2.400 Registrierungen beziehungsweise rund 4 Prozent entspricht.

Die meisten Neuregistrierungen gab es im Bereich Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen (22.982), gefolgt von persönlichen Dienstleistungen (13.706) und dem Handel (12.276). Im vierten Quartal zeigte sich jedoch ein Rückgang: Mit 15 154 Registrierungen lag die Zahl um 4 % unter dem Vorjahresquartal.

Statistik Austria betont zur Einordnung, dass eine Registrierung lediglich als Absichtserklärung zu verstehen sei und nicht zwingend bedeute, dass tatsächlich eine wirtschaftliche Tätigkeit aufgenommen wird. Dennoch gelten diese Zahlen als Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung.