Der wichtigste Kostentreiber liegt im Treibstoff. Kerosinpreise sind zuletzt massiv gestiegen und liegen laut aktuellen Daten bereits fast 100 Prozent über dem Jahresdurchschnitt.

Neben der aktuellen Blockade bzw. Schließung der Straße von Hormus, ist ein weiterer Grund die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten. Einschränkungen an wichtigen Drehkreuzen in der Golfregion zwingen Fluggesellschaften dazu, ihre Routen anzupassen und teilweise über alternative Strecken zu fliegen. Das erhöht den Verbrauch – und damit die Kosten.

Airlines warnen vor steigenden Ticketpreisen

Auch wenn viele Fluggesellschaften ihre Treibstoffkosten teilweise über sogenannte Hedging-Strategien abgesichert haben, sehen Branchenvertreter langfristig kaum Spielraum. Die gestiegenen Kosten werden sich früher oder später in den Ticketpreisen niederschlagen. Besonders betroffen könnten Langstreckenflüge sein, da sie stärker von Kerosinpreisen abhängen.

Bereits jetzt reagieren große europäische Airlines wie Air France-KLM oder Lufthansa mit Anpassungen ihrer Kapazitäten und Routenführung.

Auch Billigfluggesellschaften beobachten die Entwicklung genau. Zwar wird derzeit keine unmittelbare Treibstoffknappheit in Europa erwartet, doch die günstigen Absicherungen laufen nach und nach aus. EasyJet-Chef Kenton Jarvis empfiehlt daher, Flüge möglichst früh zu buchen. Mit dem Auslaufen dieser Preisabsicherungen sei ein deutlicher Anstieg der Ticketpreise wahrscheinlich.

Erste Reaktionen: Flugpläne werden angepasst

Einige Airlines reagieren auch mit Flugstreichungen. So hat United Airlines angekündigt, rund fünf Prozent der geplanten Kapazitäten vorübergehend zu streichen.

Unternehmenschef Scott Kirby geht davon aus, dass der Ölpreis auf bis zu 175 US-Dollar pro Barrel steigen könnte und möglicherweise bis Ende 2027 nicht unter 100 US-Dollar fällt.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich: Auf dem aktuellen Preisniveau würden sich die zusätzlichen Treibstoffkosten für United auf rund elf Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen.