Die jüngsten Zahlen waren düster, nun folgt ein bemerkenswerter Schritt. Das Statistische Bundesamt wird mit dem Berichtsmonat Dezember 2025 die Veröffentlichung seiner vorläufigen Insolvenzdaten beenden. Wie APOLLO NEWS berichtet, müssen Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit künftig deutlich länger auf aktuelle Einblicke warten.

Vorläufige Zahlen gestrichen – Infos kommen später

Das Statistische Bundesamt stellt die Veröffentlichung der vorläufigen Insolvenzzahlen ein. Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht, wird diese Praxis mit dem Berichtsmonat Dezember 2025 beendet. Konkret betrifft dies die vorläufigen Angaben zu Regelinsolvenzen, die bislang auf Basis der Insolvenz-Bekanntmachungen der Amtsgerichte veröffentlicht wurden.

Dadurch wird eine zeitnahe Information über das Insolvenzgeschehen deutlich erschwert. Zwar sollen die endgültigen Ergebnisse weiterhin erscheinen, allerdings mit einer Verzögerung von rund drei Monaten. Da Insolvenzanträge statistisch erst nach der ersten Entscheidung des zuständigen Insolvenzgerichts erfasst werden, liegt der eigentliche Antrag häufig bereits etwa drei Monate früher. Der Abstand zwischen Antrag und veröffentlichter Statistik wächst somit auf rund ein halbes Jahr.

Eine konkrete Begründung für das Aus der vorläufigen Zahlen liefert die Behörde nicht. In der Mitteilung heißt es lediglich, die monatlichen Angaben hätten „noch nicht die methodische Reife und Belastbarkeit amtlicher Statistiken“ und zählten daher „zu den experimentellen Daten“. Auffällig ist, dass die vorläufigen Werte in den vergangenen Monaten meist nah an den endgültigen Ergebnissen lagen.

Letzte Meldung zeigt dramatischen Anstieg

Dennoch fällt die letzte veröffentlichte vorläufige Zahl ins Auge. So meldet das Statistische Bundesamt für Dezember 2025 einen Anstieg der Insolvenzanträge um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Für Oktober 2025 liegen inzwischen endgültige Daten vor. In diesem Monat verzeichneten die Amtsgerichte 2.108 Unternehmensinsolvenzen. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zu Oktober 2024; der am 14. November 2025 veröffentlichte vorläufige Wert hatte noch bei 6,5 Prozent gelegen.

Die Forderungen der Gläubiger aus diesen Oktober-Insolvenzen beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 2,6 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatten sie noch bei etwa 3,8 Milliarden Euro gelegen. Der Rückgang der Forderungssumme trotz höherer Fallzahlen erklärt sich laut Statistik dadurch, dass im Oktober 2024 wirtschaftlich bedeutendere Unternehmen Insolvenz angemeldet hatten als im Berichtsmonat 2025. Auch nach Branchen zeigt sich ein klares Bild. Bezogen auf die Unternehmensdichte kamen im Oktober 2025 insgesamt 6,1 Unternehmensinsolvenzen auf 10.000 Unternehmen. Besonders betroffen war der Bereich Verkehr und Lagerei mit 12,3 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgte das weiterhin stark belastete Gastgewerbe mit 10,5 Fällen, danach das Baugewerbe mit 8,5 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.