AMS-Alarm in Wien: Arbeitslosigkeit steigt – Ältere besonders betroffen
In Wien wächst die Arbeitslosigkeit weiter. Während sich die Lage für Jugendliche leicht entspannt, geraten Jobsuchende über 50 zunehmend unter Druck – das AMS reagiert mit neuen Förderungen.
Das AMS Wien schlägt Alarm: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Jänner deutlich gestiegen. Besonders ältere Arbeitnehmer geraten ins Hintertreffen, während sich bei Jugendlichen erste Entlastungen zeigen. Die Behörde kündigt nun gezielte Maßnahmen an.
Mehr Arbeitslose, weniger Schulungen
Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos gemeldeten Personen ist im Jänner 2026 im Jahresvergleich um fünf Prozent auf knapp 140.000 gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl jener, die sich in Schulungen befinden, deutlich. Insgesamt sind damit mehr als 173.000 Menschen in Wien ohne reguläre Beschäftigung oder in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen betroffen.
Auffällig ist die Entwicklung nach Altersgruppen: Während die Zahl der unter 25-Jährigen leicht zurückging, nahm die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen deutlich zu. Diese Gruppe gerät laut AMS zunehmend unter Druck – vor allem nach längeren Phasen der Rezession.
AMS setzt Fokus auf Jobsuchende über 55
AMS-Wien-Vizechefin Katharina Luger sieht darin eine klare Priorität: Wenn die Wirtschaft langsam wieder anspringe, profitierten zuerst Jüngere. Ältere, die ihren Job in der Krise verloren haben, hätten es deutlich schwerer, wieder Fuß zu fassen.
Als Reaktion weitet das AMS Wien nun seine Förderungen aus. Bei Neueinstellungen von Personen über 55 übernimmt das AMS für mehrere Monate einen großen Teil der Lohn- und Lohnnebenkosten – je älter die Person, desto höher die Förderung. Ziel ist es, längere Arbeitslosigkeit zu beenden und Betriebe zur Einstellung älterer Arbeitnehmer zu motivieren.
Zusätzlich setzt das AMS auf sozialökonomische Betriebe und spezielle Programme, die Menschen über 55 über längere Zeit begleiten. Begründung: Ältere Arbeitnehmer bringen Erfahrung, Wissen und Stabilität – und sind angesichts des demografischen Wandels auch für das Pensionssystem unverzichtbar.
Besonders betroffen: Handel, Bau und Gastronomie
Nach Branchen betrachtet, stieg die Arbeitslosigkeit vor allem im Einzelhandel, in der Warenproduktion sowie im Bau deutlich an. Auch Hotellerie und Gastronomie verzeichneten Zuwächse. Gleichzeitig meldete das AMS weniger offene Stellen und einen spürbaren Rückgang bei den verfügbaren Lehrstellen.
Blick auf ganz Österreich
Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat sich zum Jahresstart beschleunigt. Ende Jänner waren 456.192 Menschen arbeitslos oder in einer Schulung des Arbeitsmarktservice (AMS). Das waren um 2,4 Prozent oder 10.679 Menschen mehr als vor einem Jahr, wie das AMS und das Arbeitsministerium am Montag bekanntgaben. Im Dezember war die Arbeitslosigkeit im Jahresabstand um 2 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt nun laut Vorabschätzwert bei 8,8 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte).
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