Arbeitskampf in Ordensspitälern: Personal legt Betrieb teilweise lahm
Am Donnerstag wurde in mehreren oberösterreichischen Ordensspitälern der reguläre Betrieb unterbrochen. Beschäftigte legten ihre Arbeit nieder, versammelten sich zu Betriebsversammlungen und machten damit ihren Unmut über den stockenden Kollektivvertragsprozess öffentlich. Die Folgen waren spürbar: Zahlreiche Eingriffe und Behandlungen mussten verschoben werden.
Von den insgesamt acht Ordensspitälern im Bundesland beteiligten sich sieben aktiv an den Protestmaßnahmen. Lediglich das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz nahm offiziell nicht am Streik teil, nachdem der zuständige Betriebsrat die Übernahme der Streikleitung abgelehnt hatte. Dennoch schlossen sich auch dort einzelne Mitarbeiter den Kundgebungen an.
Nach Angaben der Gewerkschaft vida beteiligten sich rund 2.000 Beschäftigte an den Aktionen. Die Träger der Ordensspitäler wiederum sprechen von etwa 600 Mitarbeitern, die sich während ihres Dienstes offiziell vom Arbeitsplatz abmeldeten, um am Streik teilzunehmen. Kurz vor Beginn der Proteste habe die Gewerkschaft zudem Gesprächsbereitschaft signalisiert, erklärten Vertreter der Arbeitgeberseite.
Protestzug durch Linz
Zentrum der öffentlichen Kundgebung war der Martin-Luther-Platz in Linz. Dort versammelten sich am Vormittag mehrere hundert Beschäftigte, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen – trotz winterlicher Temperaturen. Transparente mit Aufschriften wie „Klatschen reicht nicht“ oder „Pflege bezahlt mit Burn-out“ prägten das Bild.
Im Anschluss zog ein Demonstrationszug mit rund 550 Teilnehmern durch die Innenstadt bis zum Landhaus. Auch Mitarbeiter aus Kliniken, die nicht offiziell streikten, schlossen sich dem Marsch an, wie die Gewerkschaft betonte.
Forderungen nach Inflationsausgleich und Entlastung
Im Kern verlangen die Beschäftigten eine Abgeltung der Inflation sowie eine schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit. Die vollständige Umsetzung aller Forderungen würde laut Gewerkschaft etwas mehr als 40 Millionen Euro kosten. Umgerechnet auf die rund eine Million Patienten, die jährlich in den Ordensspitälern versorgt werden, entspreche das einem Betrag von etwa 40 Euro pro Patient.
Unterstützung erhielten die Forderungen auch durch eine Stellungnahme des Momentum-Instituts. Demnach seien die Anliegen der Beschäftigten weder überzogen noch wirtschaftlich unvernünftig. Eine Gehaltserhöhung im Ausmaß der Inflation stelle keine reale Lohnsteigerung dar, sondern diene lediglich dem Erhalt der Kaufkraft.
Kommentare