Arbeitsmarkt unter Druck: Arbeitslosigkeit steigt um 0,9 Prozent
Im März ist die Zahl der arbeitslosen Männer erstmals seit Anfang 2023 gesunken. Bei Frauen gab es hingegen ein Arbeitslosenplus. „Insgesamt hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt und beträgt aktuell 0,9 Prozent. Die angekündigte Trendwende wurde jedoch durch den Krieg in Nahost gestoppt”, sagte AMS-Vorständin Petra Draxl. Die Arbeitslosenzahlen sanken am Bau, in der Hotellerie und Gastronomie.
Ende März waren 400.561 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg um 3.488 Personen, wie das AMS am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent. Rückläufig war die Anzahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer:innen im Bereich Hotellerie und Gastronomie (-3,2 %), Bau (-2,7 %) und Arbeitskräfteüberlassung (-1,6 %). Ein Arbeitslosenplus gab es hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen (+10,6 Prozent), im Handel (+4,6 Prozent) und in der Warenerzeugung (+0,9 Prozent).
Stärkster Arbeitslosenrückgang in Kärnten, höchster Anstieg in Niederösterreich
Ende März verzeichneten Kärnten (-4 Prozent) sowie Wien und Oberösterreich (jeweils -0,6 Prozent) einen Rückgang bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern. Den höchsten Anstieg gab es in Niederösterreich (+5 Prozent), gefolgt von Vorarlberg (+4,3 Prozent) sowie der Steiermark und dem Burgenland (+3 Prozent). Deutlich geringer fiel das Plus bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern in Tirol (+0,6 Prozent) und Salzburg (+0,5 Prozent) aus.
„Angesichts der weltpolitisch angespannten Lage, steigender Ölpreise und zurückgenommener Konjunkturprognosen ist es wahrscheinlich kein Wunder, dass sich am Arbeitsmarkt derzeit kein klarer Trend abzeichnet”, kommentierte AMS-Vorständin Draxl die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) verwies auf die aus ihrer Sicht positive Entwicklung bei der Beschäftigung älterer Menschen. „Wir müssen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass längeres Arbeiten attraktiv und möglich bleibt”, erklärte Schumann in einer Aussendung. Gleichzeitig müssten „Unternehmen in die Pflicht genommen werden, ältere Menschen einzustellen und im Erwerbsleben zu halten”.
Offene Stellen gesunken
Die schwache Wirtschaftsentwicklung macht sich auch bei den Stellenanzeigen bemerkbar. Die von den Unternehmen an das AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,8 Prozent auf 74.500, insgesamt gibt es aber mehr verfügbare Jobs. Der ÖVP-Wirtschaftsbund erfasst in seinem Stellenmonitor alle Jobportale und verzeichnete darin über 163.000 offene Stellen.
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