Nach aktuellen Zahlen des Statistisches Bundesamt gelten im Jahr 2025 rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland als armutsgefährdet. Das entspricht 16,1 % der Bevölkerung und damit einem spürbaren Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Damals lag der Anteil noch bei 15,5 %.

Als armutsgefährdet wird definiert, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Konkret bedeutete das im vergangenen Jahr für Alleinlebende ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.446 Euro. Für einen Vierpersonenhaushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Schwelle bei 3.036 Euro.

Wer besonders betroffen ist

Die Statistik zeigt deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Besonders häufig geraten Alleinlebende und Alleinerziehende unter die Armutsgrenze. Knapp ein Drittel der allein lebenden Personen und mehr als 28 % der Haushalte mit nur
einem Elternteil verfügten zuletzt über Einkommen unterhalb der definierten Schwelle.

Am stärksten betroffen sind logischerweise Arbeitslose: Fast zwei Drittel dieser Gruppe gelten als armutsgefährdet. Aber auch andere Nichterwerbstätige sowie Menschen im Ruhestand weisen überdurchschnittlich hohe Quoten auf. Armut ist damit längst kein
ausschließliches Problem fehlender Erwerbsarbeit mehr.

Ähnliche Muster in Österreich

Auch jenseits der deutschen Grenze zeigt sich ein vergleichbares Bild. In Österreich gelten laut der Volkshilfe (Oktober 2025) rund 1,5 Millionen Menschen als armutsgefährdet, was etwa 17 % der Bevölkerung entspricht. Besonders in Wien ist die Quote hoch: Dort lebt etwa jede fünfte Person in einem Haushalt mit erhöhtem Armutsrisiko.

Auffällig ist die Konzentration bestimmter Risikogruppen. Besonders betroffen sind Menschen mit Einkommen aus dem Arbeitsmarktservice, Alleinerziehende, junge Erwachsene, Minderjährige sowie Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Allein im Jahr 2024 bezogen rund 150.000 Wiener Mindestsicherung, mehr als die Hälfte davon waren keine österreichischen Staatsbürger.