Besonders gedrückt ist die wirtschaftliche Lage, Erhebungen des ifo-Instituts zufolge, derzeit in Branchen, die stark vom Konsum und von Mobilität abhängen. Tourismus, Gastronomie, Werbung sowie Transport und Logistik melden eine spürbare Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Im Gastgewerbe hatten viele Betriebe auf Entlastung gehofft – insbesondere durch den seit Anfang Januar gesenkten Mehrwertsteuersatz auf Speisen. Doch dieser Effekt wurde vielerorts durch steigende Kosten neutralisiert. Höhere Löhne, vor allem durch den Anstieg des Mindestlohns auf 13,90 € pro Stunde, belasten die Kalkulation zusätzlich.

Auftragsflaute als Kernproblem

Was sich durch nahezu alle Branchen zieht, ist der Mangel an neuen Bestellungen. Nach Angaben von Klaus Wohlrabe (ifo) berichtet inzwischen rund jedes dritte Unternehmen von fehlenden Aufträgen. Damit bleibt die Nachfrage der zentrale Hemmschuh der deutschen Wirtschaft. Selbst dort, wo sich Erwartungen leicht verbessern, fehlt es an echter Dynamik.

Außenhandel ohne Zugkraft

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus der Industrie. Die Exporterwartungen haben sich zuletzt etwas aufgehellt. Zwar bleibt die Unsicherheit hoch, doch die Skepsis gegenüber dem Auslandsgeschäft hat abgenommen. Für einen nachhaltigen Aufschwung reicht das allerdings nicht. Klare Signale für eine kräftige Belebung im ersten Quartal 2026 lassen weiter auf sich warten.

Einzelne Industriezweige zeigen vorsichtigen Optimismus. Automobilhersteller und Produzenten elektrischer Ausrüstungen rechnen mit besseren Auslandsgeschäften. Auch in der Metallerzeugung und -bearbeitung lässt der langjährige Pessimismus erstmals spürbar nach.

Einzelhandel überraschend stabil

Deutlich besser fällt das Bild im Handel aus. Vor allem Textil- und Bekleidungsgeschäfte berichten von soliden Umsätzen. Das kalte Winterwetter dürfte den Absatz warmer Kleidung begünstigt haben. Damit gehört der Handel zu den wenigen Bereichen, die zu Jahresbeginn positive Impulse liefern konnten.