Ausbau des Radverkehrs im Fokus: Salzburg schließt Lücken im Netz
Der Radverkehr soll in Salzburg nicht nur attraktiver, sondern vor allem sicherer werden. Die Stadt nimmt viel Geld in die Hand und will ihr Radwegenetz in den kommenden Jahren grundlegend ausbauen. Hunderte Projekte sind in Planung.
Zwar verfügt die Stadt bereits über rund 187 Kilometer Radinfrastruktur, doch im Detail zeigt sich: An mehreren Stellen enden Radwege abrupt, Querungen sind unübersichtlich oder der Platz reicht schlicht nicht aus. Diese Schwachstellen spiegeln sich auch in der Unfallstatistik wider: Bei rund jedem zweiten Verkehrsunfall mit Verletzten sind Radfahrer beteiligt.
Rund 200 Maßnahmen gegen Gefahrenstellen
Um diese Defizite systematisch anzugehen, hat das Straßen- und Brückenamt einen umfangreichen Maßnahmenkatalog ausgearbeitet. Etwa 200 konkrete Projekte sollen zwischen 2026 und 2030 umgesetzt werden. Sie reichen von neuen Radverbindungen über bauliche Entschärfungen bis hin zu komplett neuen Querungen.
Ein besonders sensibler Punkt liegt etwa im Bereich der Gaswerkgasse in Lehen. Dort kreuzen sich Verkehrsströme mit stark eingeschränkten Sichtverhältnissen. Künftig soll eine eigene Radbrücke den Verkehr trennen und kritische Situationen entschärfen. Ziel ist es, Konflikte zwischen Auto- und Radverkehr baulich gar nicht erst entstehen zu lassen.
Jährlich Millionen für mehr Sicherheit
Für die Umsetzung stellt die Stadt jährlich rund vier Millionen Euro bereit. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll so der gesamte Maßnahmenkatalog abgearbeitet werden. Anders als frühere Programme beschränkt sich das neue Konzept nicht mehr nur auf Hauptrouten, sondern bezieht das gesamte Stadtgebiet ein – von Schulwegen über Wohnstraßen bis hin zu stark frequentierten Hauptachsen.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Projekte realisiert: neue Fahrradstraßen, sanierte Beläge, zusätzliche Geh- und Radwege sowie Umbauten an bekannten Unfallpunkten.
Bürger sollen mitgestalten
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einbindung der Bevölkerung. Radfahrer sind eingeladen, Hinweise zu geben, problematische Stellen zu melden und ihre Erfahrungen einzubringen. Die Stadt will so sicherstellen, dass Investitionen dort ansetzen, wo sie im Alltag tatsächlich gebraucht werden.
Kommentare