Besonders konsequent geht Schweden vor. Bargeld spielt dort im Alltag kaum noch eine Rolle. Wie Bild berichtete, werden selbst kleinste Beträge mit Debit- oder Kreditkarte beglichen. Das Auswärtige Amt hält dazu fest: „In Schweden werden auch Kleinstbeträge mit Debit- (Girocard) oder Kreditkarte gezahlt.“ Viele – vor allem kleinere – Geschäfte akzeptieren gar kein Bargeld mehr.

Das betrifft nicht nur Läden, sondern auch Parkautomaten und den öffentlichen Nahverkehr. Wer dennoch mit Scheinen zahlen will, stößt häufig auf einen klaren Hinweis im Eingangsbereich: „Vi hanterar ej kontanter“ – übersetzt: „Wir akzeptieren kein Bargeld.“ Für Touristen ist Schweden damit eines der Länder, in denen Bargeld nahezu überflüssig geworden ist.

Dänemark: Karte ja, Bargeld nur eingeschränkt

Auch Dänemark hat sich fast vollständig von Bargeld verabschiedet. Barzahlungen sind vielerorts nicht mehr möglich, etwa in Bussen oder an Parkautomaten. Das Auswärtige Amt rät deshalb dringend zu einer im Ausland gültigen Debit- oder Kreditkarte.

Hinzu kommen strenge Sonderregeln: Pro Kauf dürfen maximal 25 Münzen verwendet werden, der Höchstbetrag für Münzzahlungen liegt bei 962,50 dänischen Kronen. Bestimmte Zahlungsmittel sind komplett verboten – darunter 500-Euro-Scheine und 25-Øre-Münzen. Laut Visit Denmark akzeptieren viele Kioske und Supermärkte nach 20 Uhr überhaupt kein Bargeld mehr.

Finnland: Digital zahlen, Beträge runden

In Finnland gilt ebenfalls: Karte vor Cash. Händler sind laut Verbraucherzentrum nicht verpflichtet, Bargeld anzunehmen – müssen aber klar darauf hinweisen. Ein weiteres Detail zeigt, wie weit der Wandel geht: Finnland prägt keine 1- oder 2-Cent-Münzen mehr. Barzahlungen werden stattdessen auf fünf Cent auf- oder abgerundet. Das unterstreicht den Trend weg vom Kleingeld hin zu digitalen Zahlungsmethoden.

Island: Bargeld eher Ausnahme

Auch Island zählt zu den bargeldarmen Ländern Europas. Der Zahlungsdienst Wise bringt es auf den Punkt: „Bargeldlose Zahlungen mit deiner EC-Karte sind in Island die gängigste und bequemste Option.“ Kreditkarten mit vierstelligem PIN werden fast überall akzeptiert. Debit- oder EC-Karten funktionieren hingegen nicht immer zuverlässig – ein wichtiger Hinweis für Reisende.

Norwegen: Bargeld erlaubt, aber nicht überall gern gesehen

Eine Sonderrolle nimmt Norwegen ein. Dort gilt seit Oktober 2024 das Recht, bis zu 20.000 Kronen bar zu bezahlen. Restaurants und Geschäfte müssen diese Beträge grundsätzlich annehmen. In der Praxis lehnen dennoch manche Läden Bargeld ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit Kreditkarte und etwas Bargeld als Reserve am besten beraten.

Auch außerhalb Skandinaviens auf dem Vormarsch

Der Trend beschränkt sich längst nicht mehr auf den Norden. In den Niederlanden ist Kartenzahlung vielerorts Standard – teils sogar die einzige Option. Händler dürfen Bargeld ablehnen, müssen dies aber klar ausschildern.

In Großbritannien entscheiden die Ladenbesitzer selbst über die Zahlungsarten. Bargeld ist erlaubt, wird jedoch immer seltener genutzt. In kleinen Geschäften kann es allerdings auch umgekehrt vorkommen: Dort werden mitunter keine Karten akzeptiert.