Ziel ist es, eine europäische Alternative zu den großen Kreditkartenanbietern vornehmlich aus den USA zu schaffen. Damit rückt die Frage nach mehr europäischer Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr stärker in den Fokus.

In der Bankenbranche stößt das Vorhaben auf Skepsis. Offene Fragen zu Finanzierung und Betrieb sorgen für Unruhe.

Michaela Keplinger-Mitterlehner, Bankensprecherin in Oberösterreich, verweist gegenüber dem ORF Oberösterreich auf zentrale Punkte, die noch ungeklärt sind:

„Es ist noch nicht geklärt, wer die Kosten für die Einführung trägt. Es ist beispielsweise noch nicht geklärt, wie dann die laufenden Betriebskosten gestemmt werden. In letzter Konsequenz befürchten wir, dass das der Bürger zahlen muss.“

Die Sorge: Am Ende könnten Konsumenten finanziell belastet werden. Wer Infrastruktur, technische Umsetzung und laufenden Betrieb finanziert, ist weiterhin offen.

Alternative „Wero“ bereits verfügbar

Als europäische Bezahllösung wird auch „Wero“ genannt. Dieser Dienst ist teilweise bereits verfügbar und soll erweitert werden. Für Endverbraucher gilt ein europäischer Bezahldienst als günstiger.

Damit existiert neben dem Digitalen Euro bereits ein konkretes Projekt, das auf europäische Strukturen setzt.

Umsetzung frühestens in drei Jahren

Eine Einführung steht nicht unmittelbar bevor. Der Digitale Euro könnte frühestens in drei Jahren umgesetzt sein.

Dabei soll – wie beim Bargeld – die Anonymität gewahrt bleiben. Zahlungen sollen nicht bei der Europäischen Zentralbank aufscheinen. Der digitale Euro ist als Ergänzung gedacht, nicht als Ersatz für Bargeld.

Rainer Palmstorfer vom Institut für Europarecht an der Johannes Kepler Universität in Linz betont:

„Es gibt nicht nur den Vorschlag für den digitalen Euro, sondern es gibt auch einen Vorschlag für Bargeld, und in diesem Vorschlag steht: Der digitale Euro soll das Bargeld nicht ersetzen.“