Bekannter Druckereibetrieb pleite: 67 Mitarbeiter von Insolvenz betroffen
Schwerer Schlag für einen bekannten Medienbetrieb: Für die Salzkammergut Media GmbH wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. Von der Insolvenz sind 67 Mitarbeiter an sieben Standorten betroffen.
Die Salzkammergut Media GmbH betreibt mehrere Druckerei- und Medienstandorte in Österreich.IMAGO/Wolfilser
Ein traditionsreicher Druckereibetrieb aus Österreich steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Über das Vermögen der Salzkammergut Media GmbH wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen ist mit mehreren Standorten in den Bereichen Druckerei, Medienarbeit sowie Werbeagentur tätig. Insgesamt sind 67 Mitarbeiter betroffen, während rund 210 Gläubiger Forderungen angemeldet haben.
67 Mitarbeiter betroffen – sieben Standorte
Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) ist die Salzkammergut Media GmbH ein „sehr bekannter Druckereibetrieb“. Das Unternehmen betreibt sieben Standorte in Österreich: in Melk (Niederösterreich) sowie in Gmunden, Rohr, Traun, Freistadt und Bad Ischl (alle Oberösterreich) und in Mittersill (Salzburg).
Die Insolvenz betrifft 67 Beschäftigte. Laut AKV wurden deren Löhne bis einschließlich Dezember 2025 vollständig bezahlt. Im Januar 2026 seien die Gehälter allerdings „nur noch teilweise“ ausbezahlt worden.
Finanziell steht das Unternehmen stark unter Druck. Insgesamt sind rund 210 Gläubiger von der Pleite betroffen. Die Passiva belaufen sich laut AKV auf etwa 3,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Aktiva in Höhe von rund 311.000 Euro.
Digitalisierung und Bank-Aus als Auslöser
Das Unternehmen nennt mehrere Faktoren als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage. Vor allem die technische Entwicklung in der Druckereibranche und die zunehmende Digitalisierung hätten die Situation verschärft. Zwar habe die Digitalisierung den Umsatz gesteigert, der verbleibende Gewinn sei jedoch nicht entsprechend gewachsen.
Laut Angaben der Antragstellerin kamen auch interne Probleme hinzu. So habe es „gravierende Mängel in der Buchhaltungsabteilung“ gegeben. Eine Entscheidung der Hausbank verschärfte die Lage des Unternehmens zusätzlich: Die Geschäftsbeziehung wurde unerwartet beendet.
Diese Kombination aus strukturellen Veränderungen in der Branche, internen Schwierigkeiten und dem Ende der Bankverbindung führte schließlich zur Insolvenz.
Betrieb soll vorerst weiterlaufen
Trotz der finanziellen Probleme soll der Betrieb zunächst weitergeführt werden. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens wird den Gläubigern ein Plan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten. Diese sollen innerhalb von zwei Jahren beglichen werden. Laut Unternehmen soll dies durch den laufenden Betrieb finanziert werden. Parallel dazu prüft die Salzkammergut Media GmbH mögliche Unterstützungsmaßnahmen von dritter Seite. Gleichzeitig wird auch über Einsparungen nachgedacht. Sollte es notwendig sein, könnten einzelne Unternehmensbereiche eingeschränkt oder sogar einzelne Standorte geschlossen werden.
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