Belastung durch Onlineboom: Heimsicher Schuhhandel in der Krise
Zwischen Onlineboom und Kostenexplosion gerät der heimische Schuhhandel immer stärker unter Druck. Während günstige Importware und digitale Plattformen den Wettbewerb verschärfen, kämpfen lokale Händler ums Überleben.
Die Verlagerung des Konsums ins Internet, trifft den lokalen Schuhhandel schwer. Inzwischen erfolgen rund 30 % aller österreichischen Schuhkäufe online – Tendenz weiter steigend. Für viele Kunden zählen vor allem Preis, Auswahl und Bequemlichkeit.
Gleichzeitig wächst der Druck durch günstige Importware. Vor allem Schuhe aus asiatischer Produktion gelangen häufig zu deutlich niedrigeren Preisen auf den Markt und verschärfen den Wettbewerb zusätzlich.
Ungleiche Bedingungen im Wettbewerb, steigende Kosten
Branchenvertreter sehen darin ein strukturelles Problem. Während heimische Händler strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen und hohe Kosten tragen müssen, profitieren ausländische Anbieter häufig von günstigeren Rahmenbedingungen.
Der Mühlviertler Schuhmachermeister Franz Neundlinger von der Modeinnung in der Wirtschaftskammer Oberösterreich brachte diese Kritik gegenüber dem ORF Oberösterreich klar zum Ausdruck: „Es kann nicht sein, dass aus Asien zollfrei importiert werden kann, während wir alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen müssen.“
Gleichzeitig steigen die Betriebskosten deutlich an. Höhere Mieten, Energiepreise und Personalkosten belasten die Margen vieler Händler massiv. Diese Kombination aus sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben wird für viele Betriebe existenzbedrohend.
Ein massiver Rückgang der Filialen
Die strukturellen Veränderungen zeigen sich besonders deutlich in den Zahlen. Seit 2017 befindet sich der österreichische Schuhhandel im anhaltenden Rückgang. Laut RegioData ging die Zahl der Filialen allein im Jahr 2024, um 13 Prozent zurück.
Noch deutlicher wird die Entwicklung auf regionaler Ebene: Von den 2.116 Gemeinden in Österreich verfügen rund 1.800 über kein stationäres Schuhgeschäft mehr. Das entspricht etwa 85 Prozent aller Gemeinden, in denen es keinen klassischen Schuhladen mehr gibt.
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