Betrug im E-Commerce ist in Österreich längst kein Randthema mehr. Laut der aktuellen Umfrage „Betrug im E-Commerce“ des Handelsverbands Österreich und des Wirtschaftsauskunftei-Anbieters CRIF wurden bereits 64 Prozent der heimischen Online-Shops mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen berichtet zudem von weiter steigenden Risiken im Vergleich zum Vorjahr.

Am häufigsten geben Händler an, dass Kunden den Erhalt der Ware bestreiten. 51 Prozent der Shops sehen sich mit dieser Masche konfrontiert. Ebenfalls weit verbreitet sind verfälschte Namens- oder Adressdaten sowie Identitätsbetrug. Auch der Einsatz gestohlener Zahlungsdaten und sogenannter Eingehungsbetrug – Bestellungen ohne Zahlungsabsicht – spielt eine zentrale Rolle.

Erhebliche finanzielle Folgen

Die finanziellen Folgen können erheblich sein. Zwar liegen die jährlichen Verluste bei einer Mehrheit unter 5.000 Euro, doch rund zehn Prozent der Online-Händler melden Schäden von bis zu 100.000 Euro pro Jahr. Für einzelne Betriebe kann das existenzbedrohend werden.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will warnt daher eindringlich: Investitionen in Sicherheit seien nicht zu teuer – teuer werde es, wenn man darauf verzichte. Auch CRIF-Geschäftsführerin Anca Eisner-Schwarz betont die wachsende Professionalität der Täter und den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Immer mehr Maßnahmen

Immerhin: Bereits jeder zweite Online-Shop setzt heute auf Maßnahmen zur Betrugserkennung. Experten sind sich einig, dass automatisierte Systeme, klare Liefernachweise und anerkannte Gütesiegel künftig entscheidend sein werden, um Vertrauen und wirtschaftliche Stabilität im Online-Handel zu sichern.