Bier verliert an Beliebtheit: Brauereien setzen auf alkoholfreie Alternativen
Die Bierbranche sieht sich mit einer Entwicklung konfrontiert, die weit über kurzfristige Schwankungen hinausgeht: Der Konsum verändert sich strukturell – und mit ihm die Nachfrage.
Der Absatz von regulärem Bier bricht ein. Selbst etablierte Brauereien geraten unter Druck. Um den Verwerfungen etwas entgegenzusetzen, greifen Betriebe zusehends nach Alternativen – Alkoholfreies Bier gewinnt an Bedeutung.
Deutlicher Rückgang beim Absatz
Im vergangenen Jahr ist der Bierverkauf in Österreich um rund sieben Prozent gesunken. Ein zentraler Faktor ist das veränderte Konsumverhalten. Insbesondere jüngere Generationen greifen seltener zu alkoholischen Getränken. Gesundheitsbewusstsein, ein aktiver Lebensstil und neue gesellschaftliche Trends führen dazu, dass Alkohol insgesamt weniger nachgefragt wird.
Zudem verschiebt sich der Konsum teilweise hin zu anderen Getränkekategorien. Spirituosen, Cocktails sowie Getränke auf Basis von Wodka oder Gin gewinnen an Popularität – zulasten klassischer Bierprodukte.
Ein weiterer Treiber des Rückgangs liegt im veränderten Freizeitverhalten. Die Menschen besuchen seltener Gasthäuser, wodurch ein wichtiger Absatzkanal für Bier an Gewicht verliert.
Zusätzlich hat das im Vorjahr eingeführte Dosenpfand spürbare Auswirkungen gezeigt: Der Verkauf von Bier in Dosen ist zurückgegangen, was sich ebenfalls negativ auf die Gesamtzahlen auswirkt.
Brauereien reagieren mit neuen Strategien
Einige Unternehmen konnten die Verluste teilweise abfedern, indem sie ihr Sortiment angepasst haben. So berichtet Markus Sautner, Geschäftsführer von Golser Bier, im Gespräch mit dem ORF: „Uns ist glücklicherweise etwas besser gegangen. Wir haben nur – unter Anführungsstrichen – einen Rückgang von 4,8 Prozent, konnten dies aber mit anderen und alternativen Produkten ganz gut abfedern.“ Dazu zählen vor allem alkoholfreie Varianten, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Alkoholfreies Bier als Wachstumstreiber
Die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen steigt kontinuierlich. Bundesweit bauen Brauereien ihre Produktpaletten in diesem Segment deutlich aus.
Auch Nikolaus Riegler von der Kärntner Hirter Brauerei ordnet die Entwicklung ein: „In Summe machen das alkoholfreie Bier und die Radler jeweils sechs Prozent, die Gruppe wächst noch und erfreut sich starker Beliebtheit aus, aber sie macht den generellen Trend, dass etwas weniger Bier getrunken wird noch nicht wett.“ Österreichweit liegt der Anteil alkoholfreier Biere derzeit bei rund 3,8 Prozent des Inlands-Ausstoßes.
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