Bier wird teurer: Kostenwelle erreicht Privatbrauereien
Was sich zum Jahreswechsel bereits abgezeichnet hat, greift nun breiter: Nach den jüngsten Preisanpassungen großer Braukonzerne bereiten auch zahlreiche Privatbrauereien in Österreich höhere Bierpreise vor. U.a. steigende Personalaufwendungen und weiterhin hohe Energiepreise setzen der Branche spürbar zu – mit Folgen für Konsumenten und Gastronomie.
Den Anfang machte bereits im Dezember die Brau Union mit Sitz in Linz. Der Konzern hob die Preise für bekannte Marken wie Gösser, Zipfer oder Kaiser im Schnitt um 3,2 % an. Es war nicht die erste Anpassung: Schon im Vorjahr hatte der Marktführer mehrfach an der Preisschraube gedreht, um wachsende Kosten abzufedern.
Zu den Marken des Konzerns zählen unter anderem auch Puntigamer, Schwechater, Wieselburger und Schladminger. Wie stark sich die Erhöhungen letztlich im Supermarkt oder beim Wirt niederschlagen, hängt allerdings von den jeweiligen Handelsketten und Gastronomiebetrieben ab.
Mittelständische Brauer ziehen nach
Nun geraten auch kleinere und mittelgroße Brauereien unter Druck. So kündigte Berichten des ORF zufolge, Freistädter Bier an, die Preise ab März um rund 3 % anzuheben. Erstmals seit zwei Jahren soll auch Fassbier teurer werden, nachdem dieser Bereich zuletzt preislich stabil geblieben war.
Weitere Betriebe beobachten die Entwicklung aufmerksam. Sowohl Schloss Eggenberg in Vorchdorf als auch Rieder Bier schließen Anpassungen nicht aus, konkrete Zeitpunkte werden derzeit geprüft. Die Zurückhaltung ist dabei weniger strategischer Natur als vielmehr Ausdruck der Unsicherheit über die weitere Kostenentwicklung.
Personal, Energie, Transport und Rohstoffe treiben die Preise
Ein wesentlicher Faktor hinter den Preiserhöhungen liegt in den gestiegenen Lohn- und Gehaltskosten. Im vergangenen Jahr wurden diese branchenweit um 2,55 % angehoben. Für personalintensive Betriebe wie Brauereien bedeutet das eine spürbare Mehrbelastung, die sich kaum vollständig durch Effizienzsteigerungen kompensieren lässt.
Hinzu kommen weiterhin hohe Energiepreise. Auch wenn die extremen Ausschläge der Energiekrise abgeflaut sind, bleibt das Kostenniveau für Strom und Gas deutlich über dem früherer Jahre – sowohl für die Produktion selbst als auch entlang der Lieferkette. Auch die Besteuerung von Emissionen auf EU-Ebene trägt dazu bei.
Neben Personal und Energie belasten auch andere Kostenpositionen die Betriebe. Steigende Transportpreise und höhere Ausgaben für einzelne Rohstoffe etwa.
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