Bis zu 90 Euro pro Tag: Aufregung um „Wucher“-Preise fürs Skifahren
Das sogenannte „Dynamic Pricing“ sorgt in Vorarlbergs Skigebieten für heftige Diskussionen. An Spitzentagen kostet eine Tageskarte fast 90 Euro. Während Betreiber auf Frühbucher-Rabatte verweisen, sprechen Kritiker von Intransparenz und Abzocke.
Wer heuer spontan in Vorarlberg auf die Piste will, muss tief in die Tasche greifen. In der Silvretta Montafon kostete eine Tageskarte für Erwachsene an einem Samstag im Jänner bis zu 89,50 Euro – und lag damit deutlich über dem Fixpreis im renommierten Ski Arlberg, wo 81,50 Euro verlangt werden.
Grund für die starken Schwankungen ist das „Dynamic Pricing“. Je nach Nachfrage, Buchungszeitpunkt und Auslastung ändern sich die Preise laufend. Die Betreiber argumentieren, dass Frühbucher profitieren: Wer mindestens fünf Tage im Voraus reserviert, kann im Schnitt rund acht Euro sparen. Doch genau das sorgt für Kritik. Denn so früh lässt sich das Wetter kaum verlässlich prognostizieren. Wer auf Nummer sicher gehen und kurzfristig bei Sonnenschein buchen will, zahlt meist den Höchstpreis.
Kritik im Netz
In Online-Bewertungen ist bereits von „Wucher“ die Rede. Gleichzeitig zeigen veröffentlichte Unternehmenszahlen deutliche Zuwächse: Mehrere Bergbahnen in Vorarlberg verzeichneten nach Einführung des Modells kräftige Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Auch der Softwareanbieter hinter dem Preissystem wirbt offensiv mit höheren Erträgen für die Skigebiete.
Konsumentenschützer sprechen von mangelnder Transparenz und vergleichen das System mit einer „Lotterie“. Branchenvertreter halten dagegen: Flexible Preise seien international üblich – etwa in der Flugbranche. Einige Regionen verzichten dennoch bewusst auf das Modell. Die Debatte über faire Preise im Wintersport dürfte damit weitergehen.
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